Übernahme von BHW
Branchenschreck Postbank

Die ehemals als etwas verstaubt geltende Postbank rüttelt die deutsche Bankenlandschaft auf. Mit der Übernahme von Deutschlands zweitgrößter Bausparkasse BHW katapultiert sich die Bank in die erste Liga des lukrativen Privatkundengeschäfts. Eine Ehe, von der man sich viel versprechen kann, weil sie Filialgeschäft und Direktvertrieb kombiniert.

Mit zusammen 14,5 Millionen Kunden und einem Marktanteil von gut zwölf Prozent liegt die „neue“ Postbank bei den Privatkunden deutlich vor den so genannten „Großen“ wie Deutsche Bank, Commerzbank, Hypo-Vereinsbank (HVB) und Dresdner Bank. Die meisten der namhaften Häuser bekennen sich zwar nach ihren verlustreichen Ausflügen in das Investment-Banking Ende der 90er-Jahre wieder zum Konsumenten. Die besten Wachstumsraten legen jedoch diejenigen an den Tag, die die Kunden direkter und aggressiver ansprechen.

Da ist zum Beispiel die zum niederländischen Finanzkonzern ING gehörende Direktbank Diba. Mit Internet- und Telefon-Banking sowie einer geschickten Werbestrategie zeigt sie den etablierten Banken, wie man Kunden gewinnt. Oder der Finanzdienstleister MLP, der mit maßgeschneiderter Beratung vor allem um junge Akademiker wirbt und trotz aller Turbulenzen deutlich Wachstum vorlegt.

Mit der Verbindung aus Postbank und BHW wächst nun der Druck auf die etablierten Vertreter der Branche weiter. Allein im vergangenen Jahr gewann das Duo gemeinsam mehr als eine Million neuer Kunden. Unter den Großbanken ist vor allem die Commerzbank, die beim Poker um BHW den Kürzeren zog, betroffen. Für sie wächst der Druck, sich nun einen anderen Partner zu suchen. Ein Ausweg könnte der seit langem diskutierte Zusammenschluss mit einer ausländischen Bank sein.

Aber auch die großen Verbünde, die Sparkassen sowie die Volks- und Raiffeisenbanken, sehen sich einem gewachsenen Konkurrenten mit neuem Format gegenüber. Sie teilen sich zwar zwei Drittel des Marktes, sprechen aber nicht mit einer Stimme. Beiden fehlt trotz aller Bemühungen letztlich ein bundesweit einheitlicher Auftritt und eine gemeinsame Internetplattform.

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