Übernahmekampf um Endesa
Kommentar: Gegen die Politik ist kein Kraut gewachsen

Der Übernahmekampf um die spanische Endesa ist an Dramatik nicht zu überbieten. Beispiellos ist, wie Eon durch die Politik ständig neue Hürden in den Weg gestellt werden. Durch den überraschenden Einstieg des italienischen Enel-Konzerns bei Endesa sind die Chancen von Eon auf ein Minimum gesunken. Vorstandschef Wulf Bernotat dürfte Mühe haben, die erforderliche Mehrheit noch zu organisieren. Und das in einer Phase, in der Bernotat schon viele Hürden übersprungen hatte und sich eigentlich am Ziel wähnte.

Starke Indizien sprechen dafür, dass die Blockade von Eon tatsächlich durch die spanische Regierung eingefädelt worden ist. Schließlich wird Enel vom italienischen Staat kontrolliert. Die Hartnäckigkeit mit der Spanien seit über einem Jahr versucht, Eons Pläne zu durchkreuzen und die Kontrolle über den größten Versorger des Landes zu verwehren, widerspricht allen Grundsätzen des europäischen Binnenmarktes.

Zunächst erließ sie eigens ein Dekret, um Eon die Übernahme zu erschweren, dann verhängte sie harte Auflagen – und nun zieht sie offenbar im Hintergrund die Fäden, um eine Front unter den Großaktionären gegen Eon aufzubauen. Zu Recht hat die EU-Kommission ein Verfahren gegen Spanien eingeleitet. Eon freilich wird das vermutlich nichts nutzen.

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