Übernahmeschlacht mit Eon
Kommentar: Kampf um Endesa wird zur Farce

Der Übernahmekampf um Endesa wird zur Farce. Während Eons 41 Mrd. Euro schwere Offerte läuft, torpedieren die zwei Großaktionäre Enel und Acciona die Pläne und kündigen an, an einem Gegengebot zu feilen. Wenige Stunden später entscheidet die spanische Börsenaufsicht, dass die beiden Unternehmen diese Offerte aber erst in einem halben Jahr vorlegen dürfen und Eon noch ein mal sein Gebot aufstocken darf. Das spanische Übernahmerecht bietet jeden Tag neue Überraschungen.

Eon hat durch die Entscheidung der CNMV nicht wirklich etwas gewonnen. Gut, die Konkurrenten werden erst einmal gebremst. Vermutlich werden nun doch mehr Aktionäre ihre Anteile an Eon verkaufen und der deutsche Konzern kann sich doch eine respektable Minderheitsposition sichern. Aber was nützt das?!

Seit heute ist klar, was ohnehin jeder vermutet hat. Enel und Acciona machen gemeinsame Sache und sind nicht gewillt an Eon zu verkaufen. Wie soll sich der deutsche Konzern aber dann überhaupt irgend wann die Mehrheit sichern können. Da nützt es wenig, dass Enel und Acciona ein halbes Jahr lang die Hände gebunden sind.

Eon kann zwar die Offerte noch einmal so aufstocken, dass die Rivalen ihre Blockadehaltung überdenken müssen. Aber wäre das noch zu rechtfertigen? Nein, schon die bisherige Offerte von 38,75 Euro je Aktie ist an der Grenze der Rentabilität. Zudem muss sich Eon-Chef Wulf Bernotat fragen, welchen Sinn es überhaupt macht, sich in einem Markt mit aller Macht zu engagieren, in dem der politische Widerstand so enorm ist. Bernotat sollte endlich die Reißleine ziehen und den geordneten Rückzug antreten.

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