Umbau bei Daimler
Kommentar: Weg mit dem Smart!

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Bei Chrysler zieht der Daimler-Konzern endlich Konsequenzen und verabschiedet sich von dem erfolglosen amerikanischen Abenteuer – die defizitäre US-Sparte wird verkauft. Auch beim japanischen Autohersteller Mitsubishi hatte der Stuttgarter Konzern zuvor schon seine Erfolglosigkeit eingestanden und die Reißleine gezogen.

Da die Stuttgarter nun also den Mut zu unpopulären Entscheidungen haben, sollten sie auch beim letzten Milliarden-Grab aus der Ära des früheren Vorstandsvorsitzenden Jürgen Schrempp die Notbremse ziehen – beim Smart.

Der Zweisitzer ist eine Fehlinvestition ersten Grades. Vergeblich hat der Stuttgarter Konzern versucht, mit dem kleinen Gefährt Geld zu verdienen. Es hat alles nicht gefruchtet: Erst wurde die Modellpalette um einen Sportwagen vergrößert, dann kam ein ausgewachsener Viersitzer dazu. Von alldem ist nichts geblieben. Die Verluste waren so hoch, dass es heute nur noch den kleinen Smart-Zweisitzer gibt. Aus einer großen Modellreihe mit einem eingeführten Markennamen ist nichts geworden – letztlich steht Daimler heute an derselben Stelle wie bei der Einführung des ersten Smarts vor bald zehn Jahren.

Auch jetzt verkündet Daimler wieder, dass der Smart wahrscheinlich bald in die Gewinnzone kommen werde. Es gehört schon eine gewisse Blauäugigkeit dazu, diesen Optimismus der Stuttgarter Konzernführung zu teilen. Warum soll etwas klappen, was die vergangenen zehn Jahre nicht funktioniert hat?

Daimler-Konzernchef Dieter Zetsche hätte nun die Gelegenheit dazu, auch bei dem kleinen Zweisitzer endlich für reinen Tisch zu sorgen. Die Aktionäre würden sich freuen, weil damit der letzte große Verlustbringer verschwände. Wenn Chrysler abfahren darf, dann bitte sehr auch der Smart!

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

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