Umfrage
Köhler soll Neuwahlen nicht blockieren

Die Mehrheit der Bundesbürger verlangt von Bundespräsident Köhler, den Weg für Neuwahlen freizumachen. Einer neuen Umfrage zufolge soll er sich dabei auch über verfassungsrechtliche Bedenken hinwegsetzen. Zudem scheint der Wunsch nach einem Regierungswechsel bei den Wählern unverändert groß zu sein.

HB BERLIN. 61 Prozent wünschen sich bei der vorgezogenen Bundestagswahl eine neue Koalition, nur 27 Prozent sind dafür, dass Rot-Grün weiterregiert, ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag der ARD. Allerdings ist die Wechselstimmung etwas abgeflaut: Vor vier Wochen wünschten noch 72 Prozent einen Wechsel, und 22 Prozent waren für ein Weiterregieren von SPD und Grünen.

Große Übereinstimmung herrrscht hingegen bei dem Wunsch nach Neuwahlen. So sollte Bundespräsident Horst Köhler nach Meinung von zwei Dritteln der Bundesbürger den Bundestag auflösen, falls Bundeskanzler Gerhard Schröder an diesem Freitag im Parlament das Vertrauen versagt wird. Dabei soll er dies nach Ansicht von 68 Prozent aller Deutschen auch trotz verfassungsrechtlicher Bedenken einiger Kritiker tun. Lediglich ein Viertel (23 Prozent) ist anderer Meinung.

Über die Motive des Bundeskanzlers für die Vertrauensfrage mit dem Ziel von Neuwahlen haben die Anhänger der verschiedenen Parteien unterschiedliche Ansichten. Unter den Unions-Anhängern glauben zwei Drittel (67 Prozent), dass Gerhard Schröder mit der Neuwahl einen ehrenvollen Weg sucht, aus dem Amt zu scheiden. Anders im Regierungslager: 69 Prozent der SPD - und 70 Prozent der Grünenanhänger denken, Schröder hoffe die Wahl im Herbst noch gewinnen zu können.

Die Union hat nach der neuen Umfrage leicht verloren, während das geplante Linksbündnis von PDS und Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG) zulegt. Die Union kommt demnach auf 44 Prozent (minus ein Prozent im Vergleich zur Vorwoche), wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre. Die SPD erreichte unverändert 27 Prozent, Grüne acht Prozent (minus 1), FDP unverändert sieben Prozent und PDS/WASG gewännen zehn Prozent (plus 1). Union und FDP hätten damit eine Mehrheit.

Im direkten Vergleich der Kanzlerkandidaten liegt Amtsinhaber Gerhard Schröder nun dagegen deutlich vor seiner Unions-Herausforderin Angela Merkel: Könnte der Bundeskanzler direkt gewählt werden, würden sich 40 Prozent für Schröder entscheiden, für Merkel waren der Umfrage zufolge nur 36 Prozent - vor vier Wochen hatte es noch 38 zu 46 für die CDU-Chefin gestanden.

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