Umfrage
Schröder überzeugt Unentschlossene

Bundeskanzler Schröder hat das TV-Duell gegen seine Herausforderin Angela Merkel Umfragen zufolge klar für sich entschieden. Besonders unentschlossene Wähler habe er stärker auf seine Seite gezogen. Meinungsforscher rechnen damit, dass der Wahlausgang nun doch knapper werden könnte als erwartet.

HB BERLIN. In Blitzumfragen für ARD, ZDF, RTL und SAT1 sahen die Zuschauer mit großer Mehrheit Gerhard Schröder als den überzeugenderen Politiker an. Zwei Wochen vor der Bundestagswahl lieferten sich Schröder und Merkel am Sonntagabend rund 90 Minuten lang einen Schlagabtausch über alle Felder der Politik und warfen sich gegenseitig vor, Deutschland auf einen falschen Kurs zu führen.

Schröder lag in allen Umfragen mindestens 15 Prozentpunkte vor Merkel. In einer Blitzumfrage des Forsa-Instituts für RTL sahen 54 Prozent der Befragten den Kanzler, nur 31 Prozent CDU-Chefin Merkel als Sieger des Streitgesprächs an. In den ARD - und ZDF-Umfragen sahen knapp 50 Prozent Schröder und rund 30 Prozent Merkel als Gewinner.

Eine wichtige Rolle in den Erhebungen spielten die noch unentschlossenen Bürger, die nach Meinung vieler Meinungsforscher letztlich wahlentscheidend sein könnten. Nach einer Umfrage von Infratest-dimap für die ARD erklärten 56 Prozent der Unentschiedenen, der Kanzler sei überzeugender gewesen. Die CDU-Vorsitzende Merkel erreichte nur einen Wert von 19 Prozent. Auf die Frage, ob das Duell hilfreich für ihre Entscheidung gewesen sei, antworteten 46 Prozent der Unentschiedenen mit Ja, 52 verneinten dies. Richard Hilmer von Infratest sagte: "Es kann jetzt ein bisschen knapper werden als erwartet."

Merkel bei Familienpolitik Nase vorn

Merkel überzeugte der ARD-Umfrage zufolge nur in den Bereichen Arbeits- und Familienpolitik. Schröder punktete in der Außen-, Steuer- und Rentenpolitik. Auch im persönlichen Auftreten sahen die Institute Schröder vorn.

Im ersten direkten Aufeinandertreffen der beiden Kandidaten verteidigte Merkel die Pläne der Union und ihres Kandidaten für das Amt des Finanzministers, Paul Kirchhof, Steuerausnahmen zu streichen und die Steuersätze zu senken. Schröder griff Merkel wegen der Pläne für eine Erhöhung der Mehrwertsteuer an: "Ihr Finanzierungskonzept ist wahrlich auf Sand gebaut."

In der 90-minütigen Debatte, die als Höhepunkt des Wahlkampfs gilt, warfen sich die beiden Kandidaten auch persönlich vor, den Aufgaben eines Regierungschefs nicht gewachsen zu sein. In der Debatte griffen sich die beiden Politiker häufig an, waren aber um einen sachlichen Ton bemüht und vermieden Attacken gegen die Person.

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