Umfrage
Wirtschaftselite sieht Schröder am Ende

Führungskräfte in der Wirtschaft wünschen sich einer Umfrage zufolge Unions-Kandidatin Angela Merkel als Bundeskanzlerin und erwarten von ihr radikale Reformen. Dazu gehören neben einem vereinfachten Steuersystem auch tiefe Einschnitte im Sozialbereich. Gerhard Schröder hat die Wirtschaftselite bereits abgeschrieben.

HB BERLIN. Auf Merkel liegen laut Institut für Demoskopie Allensbach große Hoffnungen. So erwarten die meisten Befragten nicht nur ein einfacheres Steuersystem sowie weniger Arbeitslose und Staatsschulden, sondern auch bessere Forschungsbedingungen sowie Reformen bei Rente, Pflege und Gesundheit. Nur gut jeder Dritte hält die Union jedoch für gut vorbereitet.

Die große Mehrheit der Befragten - 92 Prozent - begrüßt die Entscheidung für vorgezogene Neuwahlen. Rund zwei Drittel meinen allerdings, Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) kapituliere mit dem Vorstoß vor den Problemen. 81 Prozent sehen den Regierungschef vor dem Ende seiner politischen Laufbahn. Noch vor einem Dreivierteljahr hatte ihm ein ähnlich großer Prozentsatz ein Comeback in der Wählergunst zugetraut.

Mehr als 90 Prozent der Befragten rechnet damit, dass die Union nach einem Wahlsieg die Mehrwertsteuer erhöht. Sinken im Gegenzug die Sozialabgaben, sind drei Viertel der befragten Wirtschaftsführer für die Erhöhung, fließt das Geld in die öffentlichen Haushalte, stimmen 62 Prozent zu.

Allensbach befragte im Auftrag des Wirtschaftsmagazins "Capital" 509 repräsentativ ausgewählte Führungskräfte. Unter den Befragten waren 362 Spitzenkräfte aus der Wirtschaft, 105 Spitzenpolitiker und die Leiter von 20 Bundesbehörden.

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