Unternehmen
Gefährliche Ölspur

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Wer leidet eigentlich unter den steigenden Ölpreisen? Klar, wir Verbraucher. Jahr für Jahr flattern Nachzahlungsbescheide für den Energieverbrauch ins Haus. Hinzu kommen noch höhere Abschlagszahlungen für das Folgejahr. Der Begriff „Nebenkosten“ klingt reichlich euphemistisch, weil Energie längst zum Hauptfaktor mutiert.

Doch warum leiden die Unternehmen nicht unter den steigenden Preisen? Sieht man von den Ölkonzernen ab – ausgerechnet diese präsentieren uns in diesem Quartal herbe Gewinneinbrüche –, dann boomen doch die Erträge immer noch weit und breit. Auch in so ölempfindlichen Branchen wie Chemie und Automobil.

Solange die Weltkonjunktur brummt, weil sehr viele Konsumenten und Unternehmen sehr viele Produkte nachfragen, gelingt es den Firmen, die höheren Rohstoffkosten weiterzureichen, sprich an die Abnehmer. Das können Verbraucher naturgemäß nicht. Deutschen Unternehmen fällt dies seit Jahren besonders leicht, weil ihre Produkte oft exklusiv sind, also durch preiswertere Nachahmungen schwer zu ersetzen sind. Paradebeispiel dafür ist die beschäftigungsintensivste Branche: der Maschinenbau.

Doch Vorsicht: Der Trend kippt, sobald die Nachfrage sinkt. Und das gleich doppelt. Denn erstens verteilen sich dann weniger Aufträge auf gleich viele Firmen, die obendrein auch noch ihre Kapazitäten im Aufschwung erweitert haben und deshalb plötzlich zu viel produzieren. Zweitens führt der härtere Wettbewerb um weniger Kunden zu sinkenden Preisen.

Spätestens im Abschwung werden die meisten Firmen ihre höheren Energiekosten nicht mehr weitergeben können. Dann ereilt auch sie dasselbe Schicksal wie uns Verbrauchern: Unter dem Strich bleibt weniger übrig.

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