Unternehmensanleihen
Hoffnungszeichen

  • 0

Die rosigen Zeiten für Unternehmen, die sich Geld am Anleihemarkt besorgen wollten, sind vorbei. Noch vor ein paar Monaten hungerten alle Investoren nach neuen Zinspapieren von Unternehmen und rissen sie den Firmen trotz niedriger Risikoaufschläge aus den Händen. Die Bonds waren bis zu zehnfach überzeichnet. Dabei gaben sich Anleger bei Euro-Unternehmensanleihen mit guten Ratings im Bereich Investment-Grade im Schnitt mit einem Renditeplus von einem halben Prozentpunkt im Vergleich zu Staatsanleihen zufrieden.

Das hat sich drastisch geändert. Seit Juli herrscht angesichts der „Subprime-Krise“, die von US-Baudarlehen schlechter Bonität herrührt, Flaute am Markt für neue Anleihen in der Euro-Zone. Erst in dieser Woche wagte sich mit dem britischen Pharmakonzern Astra-Zeneca wieder ein prominentes Unternehmen an den Markt. Andere Firmen halten sich mit Emissionen zurück, weil die Risikoaufschläge drastisch gestiegen sind; kaum jemand will aber das Signal aussenden, dass seine Bonds riskant sind. Astra-Zeneca musste für seine gut siebenjährige Anleihe über einen Prozentpunkt mehr Rendite als für die gleichlaufenden Staatsanleihen zahlen. Und das, obwohl der Konzern gute Bonitätsnoten von den Ratingagenturen hat.

Jetzt warnt selbst Bundesfinanzminister Peer Steinbrück davor, dass sich die Hypothekenkrise über die Refinanzierungsschiene negativ auf die reale Wirtschaft auswirken könnte. Entsprechende Äußerungen machte er nach Angaben von Teilnehmern bei der nichtöffentlichen Sitzung des Finanzausschusses in dieser Woche.

Die schwieriger gewordene Platzierung von Anleihen ist aber noch kein Grund für eine Krise der Wirtschaft. Schließlich waren die Risikoprämien und auch die realen Renditen lange Zeit ungewöhnlich niedrig. Und so schlecht ist die Lage nicht, zumindest nicht für Unternehmen mit ordentlicher Kreditwürdigkeit. Die Risikoaufschläge sind zwar gestiegen. Das liegt aber vor allem daran, dass die Renditen der Staatsanleihen angesichts der hohen Nachfrage nach ausfallsicheren Staatspapieren deutlich zurückgegangen sind. Damit vergrößert sich der Renditeabstand zwischen Firmen- und Staatsbonds (bei Anleihen sinken die Renditen, wenn die Kurse steigen, und umgekehrt).

Für die meisten Unternehmen abseits der Bankenbranche sind aber die tatsächlichen Kosten –

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin

Kommentare zu " Unternehmensanleihen: Hoffnungszeichen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%