US-Arbeitsmarkt
In der Rezession

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Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Nach dem Beschäftigungseinbruch im Februar müssen Notenbank und Regierung in den USA jetzt allerdings ihre Hoffnungen begraben, dass sie die Wirtschaft noch vor einer Rezession retten können. Der Verlust von 63000 Arbeitsplätzen ist für eine Wirtschaft mit fast 146 Millionen Beschäftigten zwar noch keine Katastrophe. Entscheidend ist jedoch der Trend – und der hat sich in den vergangenen Monaten dramatisch zum Schlechteren gewendet.

Lässt man die Staatsangestellten außen vor, sind im Februar gut 100000 Stellen verlorengegangen. Im dritten Monat in Folge haben Privatunternehmen Stellen abgebaut. Dass die Arbeitslosenquote dennoch leicht auf 4,8 Prozent zurückgegangen ist, liegt vor allem daran, dass viele US-Bürger die Suche nach einem neuen Job aufgegeben haben und aus der Statistik gefallen sind.Der Streit, ob es zu einer Rezession kommt oder nicht, wirkt angesichts der düsteren Konjunktursignale akademisch. Weite Teile der US-Wirtschaft befinden sich seit Monaten in der Krise.

Entscheidend ist jetzt, dass Notenbank und Regierung alle Möglichkeiten nutzen, um die Auswirkungen der Krise zu mildern. Dabei sollte jedoch ökonomische Vernunft und nicht Panik die Leitlinie sein. So macht es keinen Sinn, wenn die Federal Reserve die Zinsen auf den Nullpunkt treibt. Die japanische Notenbank hat in den 90er-Jahren den gleichen Fehler gemacht und musste am Ende zusehen, wie das Land in der Depression versank. Mit den klassischen Mitteln der Geldpolitik ist dieser Krise nicht beizukommen.

Noch nicht ausgereizt scheinen dagegen die fiskalpolitischen Möglichkeiten. Das 150 Milliarden Dollar schwere Konjunkturpaket der Regierung ist ein guter Anfang. Sie sollte ihm weitere Steuersenkungen folgen lassen.

Torsten Riecke leitet das Ressort Meinung & Analyse. Er befasst sich vor allem mit Wirtschafts- und Finanzthemen.
Torsten Riecke
Handelsblatt / International Correspondent

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