US-Autoindustrie
Existenz bedroht

  • 0

Die US-Autoindustrie gerät immer mehr in eine Zwickmühle, aus der es kaum noch ein Entrinnen gibt. Immer mehr weicht sie vor der japanischen Konkurrenz zurück. Sicher gibt es gute Gründe, die Produktion zu drosseln. Die Immobilienkrise sorgt dafür, dass die US-Konsumenten beim Autokauf noch mehr aufs Geld achten müssen. Und die Fahrzeuge zu Schleuderpreisen zu verhökern ist kein Ausweg, wie die Vergangenheit mit den Milliardenverlusten der US-Konzerne zeigte.

Aber die auf dem Papier vernünftige Entscheidung kann den Niedergang der US-Autoindustrie noch beschleunigen. Denn Toyota nutzt seine prall gefüllten Taschen, um den US-Herstellern mit Rabatten weitere Marktanteile abzujagen. Das trifft die US-Autobauer ins Mark. Die technologisch nicht gerade überzeugenden US-Fahrzeuge sind auf ihren Heimatmarkt angewiesen. Auf dem Weltmarkt haben die Amerikaner qualitativ ohnehin keine Chance gegen japanische und deutsche Konkurrenten.

Die Existenz der US-Autoindustrie ist bedrohter denn je. Die „big three“ haben selten ein schwächeres Bild abgegeben. Bei Ford sieht es trotz erster Sanierungserfolge ganz düster aus. Chrysler befindet sich nach der Übernahme durch Cerberus noch völlig im Ungewissen. Keiner weiß, wie das Experiment unter Führung eines Finanzinvestors ausgeht. Und selbst GM ist trotz harter Sanierung immer noch labil.

So langsam, aber sicher geht den Amerikanern ihr sprichwörtlicher Optimismus aus. Die Produktion zu drosseln ist der beste Beweis dafür. Die Methode, sich mit Zuversicht immer wieder selbst am Schopf aus der Krise zu ziehen, funktioniert nicht mehr. Toyota und Honda haben GM & Co. längst skalpiert.

Kommentare zu " US-Autoindustrie: Existenz bedroht"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%