US-Autoindustrie: Kommentar: Zweckoptimismus

US-Autoindustrie
Kommentar: Zweckoptimismus

Eine seit mehr als zwei Jahren tobende Preisschlacht bei rückläufigen Marktanteilen scheint den US-Autoherstellern die Laune nicht verderben zu können. Selbstbewusst wie eh und je präsentieren sich General Motors, Ford und Chrysler, die US-Dachmarke des Daimler-Chrysler-Konzerns, auf der Automesse in Detroit.

Eine seit mehr als zwei Jahren tobende Preisschlacht bei rückläufigen Marktanteilen scheint den US-Autoherstellern die Laune nicht verderben zu können. Selbstbewusst wie eh und je präsentieren sich General Motors, Ford und Chrysler, die US-Dachmarke des Daimler-Chrysler-Konzerns, auf der Automesse in Detroit. Sie haben gar keine andere Wahl: Sie müssen Optimismus predigen und darauf hoffen, dass die Kunden sich davon anstecken lassen.

Doch diese Taktik hat bislang nur zum Teil funktioniert: Der befürchtete dramatische Rückgang der Nachfrage auf dem US-Markt ist zwar ausgeblieben. Gleichwohl haben die Konkurrenten aus Asien und Europa von der Kauflust der Amerikaner stärker profitiert als heimische Anbieter. Und es gibt nur wenige Anzeichen dafür, dass sich daran kurzfristig etwas ändern wird. Denn als Folge des technischen Stillstands haben die US-Autobauer ein Imageproblem. Zu lange haben sie sich in ihrer Dominanz auf dem US-Markt gesonnt, zu spät auf die wachsende Konkurrenz reagiert. Eingeschnürt in unflexiblen Tarifverträgen, abgeschlossen in den fetten Jahren, mussten sie auf Masse setzen. In einem engen Markt war ein intensiver Preiskampf mit der Gewährung massiver Rabatte die logische Konsequenz.

Diese Spirale zurückzudrehen ist die größte Herausforderung der kommenden Jahre. Bereits jetzt haben GM & Co. mit Blick sowohl auf die Effizienz der Produktion als auch auf die Qualität ihrer Autos Fortschritte erzielt. Nur: Die Kunden sind nicht bereit, dafür höhere Preise zu bezahlen. Das Image des Billiganbieters lässt sich nur schwer revidieren. Doch gerade das wäre die Voraussetzung, um die Krise beenden zu können. Bis zur nächsten Messe 2005 wird dies kaum gelingen – allem Optimismus zum Trotz. hof

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