US-Automarkt
Small is beautiful

Langsam, aber sicher jedoch scheint sich in den USA etwas auf dem Automarkt zu verändern. Natürlich nicht ganz freiwillig, aber an den steigenden Treibstoffkosten kommt kaum noch jemand vorbei. Die US-Hersteller haben den Trend zu verbrauchsgünstigen Autos verschlafen.

Der Honda Civic ist in den USA zur begehrten Ware geworden. Gerade noch für zehn Tage reichen die Bestände dieses Autos beim Hersteller und den Händlern, danach wäre es ausverkauft. Eine solch kurze Frist ist in der Tat außergewöhnlich: Normalerweise reichen die Lagerbestände eines einzelnen Autos in den USA für die nächsten 60 bis 70 Tage.

Was macht den Honda Civic so besonders? Das Auto verbraucht extrem wenig Benzin, auf dem US-Markt gehört das Modell zu den verbrauchsgünstigsten Autos überhaupt. Mehr als drei Dollar kostet die Gallone Benzin (knapp vier Liter) inzwischen an der Zapfsäule, das entspricht einer Steigerung von 30 Prozent in einem Jahr. Das erklärt, warum sich immer mehr amerikanische Autofahrer von ihrem „gas guzzler“ trennen und zu einem Mittelklassemodell nach europäischem oder japanischem Format à la Honda Civic wechseln.

Als die Gallone Benzin noch einen Dollar kostete, sah die US-Autowelt völlig anders aus. Dieser extrem günstige Preis machte es in den 90er-Jahren überhaupt erst möglich, dass die US-Autohersteller eine Milliarde nach der anderen an zusätzlichen Erträgen einfahren konnten. Gestützt vom günstigen Benzin, brachten sie einen Geländewagen („SUV“), Minivan oder Pick-up nach dem anderen auf den Markt.

Die schweren Gefährte fanden reichlich Absatz bei den US-Kunden, da ihnen der Preis an der Zapfsäule reichlich egal sein konnte. Nur groß und bullig musste es sein. Und die Autohersteller freuten sich königlich, da sie mit diesen leichten Nutzfahrzeugen deutlich besser verdienten als mit einem klassischem PKW. Schließlich unterstützte die öffentliche Hand den Boom noch zusätzlich, indem sie SUV und Co. extrem günstig besteuerte. Mineralölsteuern nach europäischem Vorbild gibt es erst gar nicht.

Alle dachten natürlich, dass sich diese Auto-Realität in alle Ewigkeit fortsetzen würde. Europäer hingegen schütteln nur den Kopf darüber, dass es in den USA den typischen italienischen oder französischen Kleinwagen so gut wie gar nicht gibt.

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