US-Konjunktur
Kommentar: Stillstand

Das Wirtschaftswachstum in Amerika ist Ende vergangenen Jahres fast zum Stillstand gekommen. Um mickrige 0,6 Prozent stieg das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal. Das ist zwar offiziell noch nicht der Beginn einer Rezession, aber es fühlt sich für viele US-Bürger bereits verdammt so an.
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NEW YORK. Das Wirtschaftswachstum in Amerika ist Ende vergangenen Jahres fast zum Stillstand gekommen. Um mickrige 0,6 Prozent stieg das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal. Das ist zwar offiziell noch nicht der Beginn einer Rezession, aber es fühlt sich für viele US-Bürger bereits verdammt so an. Ökonomen gehen davon aus, dass sich die wirtschaftliche Talfahrt seit Beginn des neuen Jahres noch beschleunigt hat und die US-Wirtschaft in den kommenden Monaten schrumpfen wird.

Die Vorboten für eine handfeste Wirtschaftskrise sind nicht zu übersehen: Der private Verbrauch als wichtigste Konjunkturstütze wird schwächer. Der Bausektor befindet sich bereits in der Rezession. Die Investitionstätigkeit ist dort in den drei Monaten bis Ende Dezember nochmals um ein Viertel eingebrochen. Stark zurückgegangen sind auch die Lagerbestände. Insbesondere die US-Autobauer versuchen ihre Läger zu räumen, weil sie eine Absatzschwäche fürchten.

Aber auch andere Branchen bereiten sich auf den Abschwung vor. Vom Telekomanbieter Sprint über den Internet-Dienstleister Yahoo bis hin zu den Banken an der Wall Street mehren sich die Entlassungen. Einziger Lichtblick: Offenbar ist auch die Zahl der Neueinstellungen im Januar gestiegen.

Stoppen lässt sich die wirtschaftliche Talfahrt vermutlich nicht mehr. Selbst nachdem die US-Notenbank heute die Leitzinsen noch einmal um 50 Basispunkte gedrückt hat, kann sie damit kurzfristig wenig ausrichten. Zinssenkungen wirken erst mit einer Verzögerung von bis zu zwölf Monaten. So bleibt die Hoffnung, dass Notenbank und US-Regierung mit ihren Konjunkturhilfen zumindest die Auswirkungen der Wirtschaftsflaute mildern können.

Torsten Riecke leitet das Ressort Meinung & Analyse. Er befasst sich vor allem mit Wirtschafts- und Finanzthemen.
Torsten Riecke
Handelsblatt / International Correspondent

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