US-Truppen in den Irak
Stiefel on the Ground?

US-Präsident Barack Obama will noch einmal 1500 „Ausbilder“ in den Irak schicken. Sie sollen Widerstandskämpfer schulen. Die bange Frage ist: Was kommt dann?
  • 0

San FranciscoEs ist ein Szenario, das vielen in den USA noch in all zu guter Erinnerung ist. Zuerst kamen die „Berater“, dann kamen noch mehr „Berater“ und zum Schluss kämpften zehntausende amerikanische Soldaten einen am Ende aussichtslosen Kampf. Die Rede ist nicht vom Irak, die Rede ist von Vietnam.

Langsam, aber sicher ließen sich die USA seinerzeit in einen Krieg hineinziehen, den sie nicht einmal angefangen hatten. Und es scheint, als ob sich die Geschichte wiederholt. Zuerst kamen 1600 „Ausbilder“ in den Irak, jetzt sendet US-Präsident Barack Obama noch einmal 1500 „Ausbilder“. Sie sollen Widerstandskämpfer schulen.  Die bange Frage ist: Und dann?

Ab Januar 2015 wird der komplette Kongress von den Republikanern beherrscht. Howard P. McKeon, republikanischer Abgeordneter aus Kalifornien und Vorsitzender des Militärausschusses des Repräsentantenhauses, machte bereits am späten Freitag klar, dass er dem Vorstoß des Präsidenten „eine faire Chance“ geben werde.  Er fordert seit langem mehr Geld für den Kampf gegen IS. Er will aber auch gleichzeitig die „Strategie“ überdacht wissen, die sich nur auf Luftschläge und Hilfe zur Selbsthilfe fokussiert.

Er steht nicht alleine da. Noch sind die Fronten bei den Republikanern in den USA nicht geklärt. Eher gemäßigten Kräften wie dem Senator Rand Paul aus Kentucky stehen Hardliner wie sein Vater Ron Paul gegenüber. Der twitterte noch Dienstag, am Wahlabend: „Ein republikanisch kontrollierter Senat bedeutet Ausweitung des Krieges in Syrien und Irak. US-Truppen werden kommen.“

Tea-Party-Ikone und Ex-Gouverneurin Sarah Palin hatte Obama schon längst offen aufgefordert: „Go big or Go Home“. Mache es richtig oder lass es sein. Das ist eine offene Aufforderung für den Kriegseinsatz von US-Marines vor Ort statt vereinzelter Luftschläge, also für „Boots on the Ground“ wie es in den USA heißt.

Seite 1:

Stiefel on the Ground?

Seite 2:

Obama erkennt die Realitäten an

Kommentare zu " US-Truppen in den Irak: Stiefel on the Ground?"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%