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US-Visa: Wider die Reisefreiheit

Stets muss ein angeblicher Gewinn an Sicherheit herhalten, wenn wieder neue Auflagen und Kontrollen das Reisen erschweren – so auch bei den jüngsten Anmeldebestimmungen der US-Behörden.

Reisen verbindet. Millionen Touristen und Geschäftsleute fliegen in Zeiten der Globalisierung quer über den Globus, um Geschäfte zu machen, sich zu erholen oder sich zu bilden. Eine immer bessere Technik und wachsender Wohlstand haben uns ermöglicht, so viel voneinander kennen zu lernen wie nie zuvor.

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Doch leider sind staatliche Bürokratien dabei, uns die Freude an dieser Freiheit Schritt für Schritt wieder zu nehmen. Seit den Terroranschlägen des 11. September 2001 reicht das diffuse Zauberwort "Sicherheit", um Reisen gerade in die USA immer beschwerlicher zu machen. Deshalb akzeptieren wir mittlerweile nicht nur die Abnahme biometrischer Daten, wir öffnen auch grollend Kulturbeutel und stapfen auf Strümpfen durch Sicherheitskontrollen.

Nun hat der US-Heimatschutz eine neue Idee: Reisende aus Ländern ohne Visumpflicht müssen künftig mindestens 72 Stunden vor dem Abflug ihren Reisewunsch per Internet angeben. Begründet wird dies mit einem Gewinn an Sicherheit und - dem Abbau von Bürokratie. Manche mögen dies als skurrile Lappalie abtun und hinnehmen. In Wahrheit bedeutet die jedoch einen Schritt hin zur Einführung einer Art allgemeiner Visumspflicht auch für die EU. Denn die Anmeldung ist nichts anderes als ein Reiseantrag.

Ob er mehr Sicherheit bringt, ist dagegen fraglich - zumal der Schritt ja nur einmal alle zwei Jahre nötig sein soll. Wenn es denn um die Abwehr von Attentätern gehen soll, sei der Hinweis gestattet, dass Terroristen nicht als solche geboren werden, sondern sich dazu wandeln - möglicherweise auch innerhalb einer Zweijahresfrist. Wie beim Vorzeigen halbvoller Deo-Flaschen wird erneut nicht mehr Sicherheit erzeugt, dafür aber sicher mehr Behinderung des Reiseverkehrs.

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