US-Wahl
Eigenwilliger Stil

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Die Nominierung für die republikanische Partei ist John McCain praktisch nicht mehr zu nehmen. Zu nehmen ist ihm allerdings noch ein Teil seiner Autorität. Und ebendies geschieht im Moment durch die Erfolge des Mike Huckabee.

Die Zustimmung für den Ex-Gouverneur aus Arkansas demonstriert, wie brüchig die Unterstützung für McCain tatsächlich ist. Denn das Ausscheiden von Mitt Romney vergangene Woche hätte McCain eigentlich stärken müssen. Doch das Gegenteil ist der Fall. Was nach dem Super-Dienstag noch wie ein großer strategischer Vorteil für die Republikaner aussah, sich eben nicht wie die Demokraten in einem langen Zweikampf zermürben zu müssen, hat sich damit bereits wieder relativiert. Denn auch wenn Huckabee nach Niederlagen in der nächsten Vorwahlrunde sogar sein Rennen aufgeben könnte – zurück bleibt die deutliche Warnung, dass John McCain nicht der republikanische Wunschkandidat ist, sondern für viele nur das kleinere Übel.

Will McCain die „Grand Old Party“ bis zu den Wahlen im November wirklich hinter sich bringen, muss er noch viel Überzeugungsarbeit leisten. Nur: Kann ihm das tatsächlich auch gelingen? Und: Will er das überhaupt? Als McCain in der vergangenen Woche vor konservativen Republikanern in Washington auftrat, pflegte er erneut das Image eines „Mavericks“, eines Mannes, der vor allem seinem eigenen Kurs folgt.

Das kommt zwar bei vielen Amerikanern hervorragend an. Doch seine Partei schätzt Kandidaten nicht, die derart unabhängig auftreten. McCain dürfte aber auch das nicht entmutigen. Er wird im Zweifel seinen Wahlkampf im Herbst so führen wie jetzt bei den Primaries: als John McCain. Und sonst nichts.

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