US-Wahl
Kommentar: Die Reihen lichten sich

Erst Rudy Giuliani, dann John Edwards. Bereits vor dem „Tsunami Tuesday“ nächste Woche entwickeln sich die parteiinternen Rennen der Republikaner und der Demokraten um die Präsidentschaftskandidatur zu einem Doppel-Duell. Und Edward Kennedy, der mit fliegenden Fahnen zu Obama übergelaufen ist, könnte noch einen Trend setzen.
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Der Republikaner Giuliani muss sich sein Scheitern dem eigenen Hochmut und eklatanten Strategiefehlern selbst zuschreiben, der Demokrat Edwards hatte gegen den Star-Glanz von Hillary Clinton und Barack Obama keine Chance.

Damit ist aber noch lange nicht klar, wer bei der Präsidentschaftswahl am 4. November gegeneinander antritt. Bei den Konservativen ist John McCain nach seinem Sieg in Florida zwar der Favorit, aber Mitt Romney bleibt mit seiner Wirtschaftskompetenz ein ernst zu nehmender Gegner. Und auch bei den Demokraten hat Clinton den Sieg gegen Obama noch nicht in der Tasche: Zwar kann sie sich auf weit mehr Erfahrung und eine gut geölte Wahlkampfmaschine stützen.

Aber immer häufiger überzieht das Gespann „Billary“ Clinton und vergrätzt durch seine Unverfrorenheit bislang loyale Unterstützer. Edward Kennedy, der mit fliegenden Fahnen zu Obama übergelaufen ist, könnte einen Trend setzen: neben seiner eigenen Graswurzelbewegung findet Obama auch im Parteiestablishment der Demokraten immer mehr Freunde.

Und das sollte man bei aller Anerkennung für Amerikas Basisdemokratie nicht vergessen: Gerade bei den Demokraten haben die Parteigranden über die so genannten Superdelegierten einen sehr großen Einfluss. Diese qua Amtes bestimmten Delegierten sind an kein Mandat gebunden und können ihr Votum noch bis zum Parteitag im Herbst ändern.

Der Rückzug von Giuliani und Edwards klärt die Lage, nach dem Super-Tuesday werden wir noch etwas klarer sehen. Mehr nicht. Das Spektakel bleibt spannend.

Georg Watzlawek
Georg Watzlawek
Handelsblatt Online / Ressortleiter Wirtschaft und Politik

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