US-Zinssenkung Kommentar: Dessert für die Märkte

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US-Notenbankchef Ben Bernanke hat schon mit der Zinssenkung im September Erwartungen geweckt. Foto: Reuters

US-Notenbankchef Ben Bernanke hat schon mit der Zinssenkung im September Erwartungen geweckt. Foto: Reuters

Denn kurzfristig dürfte das Bonbon die Finanz- und Kreditmärkte bei Laune halten. Langfristig aber wird der süße Nachtisch Fed-Chef Ben Bernanke und seinen Kollegen noch schwer im Magen liegen.

Die Notenbank hatte sich mit ihrem überraschend großen Zinsschritt im September selbst in eine Sackgasse manövriert. Was die Zentralbanker als vorbeugendes Krisen-Management verstanden wissen wollten, betrachteten die Investoren als Blankoscheck für künftige Liquiditätshilfen. Aus diesem Missverständnis konnten sich Bernanke & Co. am Ende nicht mehr gefahrlos befreien. Eine Zinspause hätte die Gefahr neuer Marktturbulenzen heraufbeschworen und die gerade erst zurück gewonnene Stabilität des Finanzsystems wieder gefährdet.

Ganz wohl war den Notenbankern bei ihrem Drahtseilakt nicht. Das zeigt nicht nur die Gegenstimme bei der Zinsentscheidung. Mit ihrem Hinweis, dass die Risiken für Inflation und Wachstum nun ausgeglichen seien, versucht Bernanke neuerlichen Erwartungen auf eine weitere Lockerung vorzubeugen. Überzeugend ist das nicht, nachdem die Fed zugleich vor einer Konjunkturflaute in den kommenden Monaten warnt. Die Märkte nehmen Bernanke die neue Standfestigkeit auch nicht ab. Die Börsen setzten nach einer kurzen Denkpause ihren Höhenflug fort, der Dollar segelte neuen Tiefständen entgegen. So werden Bernanke und seine Kollegen bei ihrer nächsten Sitzung im Dezember vermutlich wieder fragen: „Darf es noch etwas mehr sein?“

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