Diskussion: Kommentare zu: Der Raubtier-Staat

Oliver Stock, Chefredakteur Online

Liebe Leserinnen und Leser,

Wir freuen uns auf Ihren Kommentar. Gerne kritisch. Gerne auf den Punkt - von mir aus kurz und schmerzhaft. Auch Lob würden wir annehmen. Am meisten freuen wir uns, wenn Sie zu Ihrer Meinung mit Ihrem wirklichen Namen stehen. Wir möchten wissen, mit wem wir diskutieren, und Sie möchten wahrscheinlich auch wissen, mit wem Sie sich auseinandersetzen. Wir glauben, dass es zu einem fairen Umgang miteinander im Netz gehört, sich offen gegenüberzutreten. Dafür steht die Handelsblatt-Online-Redaktion. Dafür stehe ich.

Ihr
Oliver Stock
Chefredakteur Handelsblatt Online

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  • 30.07.2010, 16:49 UhrAnonymer Benutzer: Zeitzeuge

    Der Artikel ist interessant, aber es ist Unsinn, Gorbatschow den Untergang der Sowjetunion und das Abwandern der russischen Finanzamthematiker an die Wall Street zu unterstellen, beides hat seine Ursache in der fehlenden Wirtschaftkraft der ehemaligen Sowjetunion. Man hat zum Glück in Russland darauf verzichten, das ganze Land in eine einziges Arbeitslager ("GULAG") zu verwandeln, (Gorbatschov sei Dank!!!), aber das wäre die einzige Möglichkeit gewesen, das wirtschaftlich ineffektive Sowjetsystem aufrecht zu erhalten. Leider glauben viele Russen selbst den Unsinn, daß Gorbatshov an allem Schuld ist. bis heute gibt es in Russland kein Konzept, das Land wirtschaftlich zu transformieren und eine glaubwürdige Wirtschafts- und Lebensgrundlage für das an bevormundung und Entmündigung gewöhnte russische Volk zu schaffen, im Gegenteil, die Chancen, die vor 20 Jahren bestanden, wurden verspielt, nur Korruption ist übrig geblieben, statt der Partei zerstören die Oligarchen und Putins Apparatschiki den Rest dessen, was übrig geblieben ist. Der Vergleich der maroden Staatsysteme Russlands und der USA wären interessant: in beiden Systemen wurde permanent gegen die Regeln eines nachhhaltigen und intelligenten Wirtschaftens und auf die Entwicklung und Stärkung einer stabilen, gebildeten, leistungsorientierten und loyalen Mittelschicht verzichtet. Da wie dort ist Korruption angesagt und die Medien tragen ihren Teil dazu bei, daß nichts besser wird!

  • 30.07.2010, 21:58 UhrAnonymer Benutzer: k.h.a.

    in einem Punkt kann man zustimmen: Der Staat ist seit langem verantwortlich für die Zustände, welche die Subprimekrise herbeigeführt, erst ermöglicht hat. Schon Clinton bemühte sich, armen Menschen, denen weder Zins noch Tilgung einer Hypothek möglich war, derartige Schulden überzuhängen mit der "sozialen" begründung, auch sie müssten unbedingt im eigenen Haus wohnen. Das half, Wähler zu kobern und weiter zu regieren. Der Rest ist bekannt. Staatliche Einmischung und Regulierung also sind in der Tat mit verantwortlich für die so enstandene Finanzkrise, wenngleich Mr. G. sich das alles gern etwas anders vorstellt. So ist er eben - immer schon.

  • 31.07.2010, 09:43 UhrAnonymer Benutzer: danielgt

    Nach dieser gründlichen Analyse und entsprechenden Abrechnung mit der "Korruption und kriminellen Energie", ohne so direkt auf die zu ergreifenden Schritte zu nennen, die laut Galbraith sowohl bush als auch Obama völlig verfehlt haben, sollte hier auf den Kampf um die Wiedereinführung des Glass-Steagall-Gesetzes der Ära Franklin Roosevelts hingewiesen werden. Jeder in den USA weiss, daß der neulich verabschiedete Gesetz von barney Frank und Christopher Dodd eine totale Lachnummer ist unter denen, die sich um ein stabiles bankwesen bemühen, und 80% der bevölkerung sind laut Umfragen für die Wiederherstellung von Glass-Steagall -- also für ein Trennbankensystem. in Deutschland findet man alles zu diesem Thema bei der bürgerrechtsbewegung Solidarität, deren Vorsitzende Helga Zepp-LaRouche, sich für diese Lösung in Europa einsetzt: www.bueso.de/trennbankensystem

  • 01.08.2010, 05:40 UhrAnonymer Benutzer: 1+1

    2 mal liegt Galbraith vollkommen falsch:
    1. Die Finanzkrise wurde nicht durch unseriöse Verpackung von faulen US-Hypothekenkrediten ausgelöst, sondern durch die von der Politik geförderte Vergabe von Krediten an Kreditnehmer, die nicht in der Lage waren, diese jemals abzuzahlen.
    1.a) Wirklich jeder konnte schon vom Flugzeug aus sehen wie exzessiv der bauboom in den USA verlief. Es musste irgendwann zur Marktsättigung kommen, oder
    1.b) die jahrelang steigenden immo-Preise, befeuert durch niedrig verzinste Kredite, kommen irgendwann aufgrund von Überangebot zum Stillstand und kollabieren dann, oder
    1.c) steigende Zinsen bringen finanzschwache Kreditnehmer unter Druck und es kommt zu Zahlungsausfällen.

    Auch ohne die Vertuschungspraktiken der banken wäre die Finanzkrise ausgebrochen, die letztlich ein Zusammenbruch eines massiv kreditfinanzierten Wachstums war. Ohne Vertuschungspraktiken wäre die Mortage-bubble schon viel früher geplatzt mit der Folge einer erst garnicht stattfindenden Wirtschaftsexpansion - also einer viel früheren Rezession. Galbraith ignoriert wie fast alle Kritiker der bankenpraktiken diesen für jeden ersichtlichen Umstand und kreiert einen bündenbock.


    Galbraith wirbt für den kontrollierenden Staat. Aber leider vergißt er, daß es mehr als die Wirtschaft, der Staat selbst ist, der Kontrolle benötigt. Nur leider ist der Staat die höchste Gewalteninstanz.

    Der Staat, die Staaten, sind das Problem, nicht aber ein freier Markt. Galbraith stellt dieses Faktum auf den Kopf. Was man an seiner These zum Auslöser der Griechenland-Krise sieht.

    2. Nicht Anleihenspreads zwischen guten und misserablen Emittenden haben Griechenland in die Krise getrieben, sondern einzig und allein die exorbitante, vollkommen unseriöse Verschuldungspolitik Griechenlands. Galbraith stellt die Symptomatik als die Ursache dar, nur um die Märkte unter Anklage stellen zu können. Falsch war eher, daß die Märkte die Anleihen der PiGS-Staaten viel zu lange für ausreichend seriös hielten, obwohl ihre Mißwirtschaft für jeden offenslichtlich ist.

    Galbraith hat wie alle Advocaten staatlicher Kontrolle eine Art Urvertrauen in staatliche Kompetenzen, und ignoriert, daß auch dort Egoismen die Politikinhalte bestimmen und inkompetenzen noch viel häufiger etabliert sind als in der Privatwirtschaft. Schließlich sind für die jüngsten Krisen allein staatliche interventionen verantwortlich - darum sind primär die Staaten kontrollbedürftig, und zwar durch freie Märkte.

    Welche aber, und hier liegt Galbraith richtig, nicht mehr frei (genug) sind, um einen regulierenden Einfluß auf die Staaten zu haben.

  • 01.08.2010, 22:02 UhrAnonymer Benutzer: Edward Bernays

    "Der Staat, die Staaten, sind das Problem, nicht aber ein freier Markt."

    1 + 1 = 3 oder ?

    "...darum sind primär die Staaten kontrollbedürftig, und zwar durch freie Märkte."

    Herr Schramm, sind Sie das? Oder Herr Pispers?

    Solche Sätze können doch nicht mehr ernst gemeint sein heute! Ach ich vergaß, es gibt ja anscheinend immernoch 4-5%, die die FDP wählen.

    immer nach dem Motto, man hätte nur ein wenig mehr deregulieren müssen, dann würde heute überall Milch und Honig fließen....

    Tut mir leid, normalerweise gebe ich konstruktivere Kommentare ab aber bei solchen Diskussionen kann man nur verlieren. Und zwar seinen Glauben an die menschliche Vernunft.
    Da wächst bei mir vorallem eines:
    http://www.youtube.com/watch?v=6DeCeV_DyZs

  • 02.08.2010, 08:58 UhrAnonymer Benutzer: mono

    Völlig richtig, der "freie Markt" wurde in Amerika von der FED abgeschafft.
    Vielleicht sollte man mal über einen Stresstest für Zentralbanken nachdenken.

    Es gab mal eine Zeit da war die erste Assoziation die man zu Amerika hatte,
    Amerika= Land der unbegrenzten Möglichkeiten, Freiheit und Wohlstand.
    Heute ist die erste Assoziation, Amerika= Krieg.
    Wie konnte das passieren?

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