USA
Schiefe Debatte

In den nächsten Tagen wird der amerikanische Senat den Entwurf für ein Einwanderungsgesetz verabschieden. Das Ziel: Die Grenzen sollen sicherer gemacht werden, zugleich wird aber den rund elf Millionen illegalen Einwanderern die Chance eröffnet, dauerhaft im Land zu bleiben.

In den nächsten Tagen wird der amerikanische Senat den Entwurf für ein Einwanderungsgesetz verabschieden. Nach harter Debatte haben sich die Senatoren auf einen Kompromiss verständigt: Die Grenzen sollen sicherer gemacht werden, zugleich wird aber den rund elf Millionen illegalen Einwanderern die Chance eröffnet, dauerhaft im Land zu bleiben.

Beschlossen ist die Sache damit jedoch noch lange nicht. Hat doch das Repräsentantenhaus bereits im vergangenen Jahr einen Entwurf abgesegnet, in dem viel von Strafen und hohen Zäunen, aber mit keinem Wort von einer Einbürgerung die Rede ist. Ein Vermittlungsausschuss muss also einen weiteren Kompromiss suchen – diesmal zwischen den beiden Kammern des amerikanischen Kongresses.

Es ist noch nicht lange her, da beherrschten ganz andere Schlagzeilen die amerikanischen Zeitungen. „Amerika verliert seinen Ruf als das Land der wissenschaftlichen Eliten“, hieß es damals. US-Unternehmen wie Microsoft warnten vor einem Mangel an hoch qualifizierten Fachkräften. Der amerikanische Autor Richard Florida schrieb sogar einen Bestseller über die „Flucht der kreativen Klasse“ aus den USA. Grund für die Kassandra-Rufe waren unter anderem die verschärften Visa-Bestimmungen nach den Terroranschlägen am 11. September 2001. Die haben viele Talente aus dem Ausland abgeschreckt.

Was haben diese beiden Debatten miteinander zu tun? Beim Streit über die Einwanderer geht es vielen Amerikanern darum, die ungebetenen Gäste draußen vor der Tür zu halten. Sei es aus Furcht vor dem Verlust der amerikanischen Identität oder aus Angst um die persönliche Sicherheit und den eigenen Arbeitsplatz. Bei der Diskussion über die Flucht der Talente ist es genau umgekehrt. Hier wollen Politiker und Unternehmer die Türen wieder ein Stück weiter öffnen, damit die besten Köpfe der Welt weiterhin nach Amerika kommen können. Zunächst einmal um hier zu studieren. Aber doch stets in der Hoffnung, dass viele der Umworbenen später im Land bleiben und dafür sorgen, dass die USA weiterhin an der Spitze des Fortschritts stehen.

Seite 1:

Schiefe Debatte

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%