Vergangenheitsbewältigung
Auf der Flucht ertappt

Deutschland hört nicht auf, sich mit seiner Nazivergangenheit zu beschäftigen. Mehr Bundesbürger, als man wahrhaben will, stoßen sich daran: Warum muss Deutschland sich immer wieder so klein machen, lautet die Frage, die nur abseits der Öffentlichkeit gestellt wird.

Geschichts- und politiktheoretisch ist sie spätestens seit der Weizsäcker-Rede von 1985 beantwortet. Nur wer sich der eigenen Vergangenheit stellt, ist frei: Frei davon, allein an dieser gemessen zu werden, und frei dafür, als Nation gleichberechtigt mit anderen zu handeln.

Wen die theoretische Begründung nicht überzeugt, den bringt vielleicht die Tagesaktualität zum Nachdenken. Ausgerechnet zum 60. Jahrestag der Befreiung vom Nazismus sind gleich vier Nationen zu bestaunen, die ihre jeweils anders geartete Schuld verdrängen oder es lange versucht haben. Sie bezahlen dafür jetzt einen hohen Preis, außen- oder innenpolitisch.

Japan drückt sich um klare Worte zu den von ihm verübten Kriegsverbrechen. Eine Minderheit extremer Nationalisten mag das zufrieden stellen, dem Land selbst schadet es. Vor allem im Verhältnis zu China, dessen Regierung die Geschichtsklitterung der Japaner für Konflikte in den bilateralen Beziehungen nutzen kann. Doch auch weltweit wird gefragt: Warum weigern sich die japanischen Behörden immer noch, der Jugend die Vergehen des eigenen Landes vor Augen zu führen?

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