Verkauf der Telefonsparte

Siemens hat aus BenQ-Debakel Lehren gezogen

Beim Siemens-Konzern geht der Kehraus weiter. Nach der Firmenkunden-Telefonsparte SEN wurde jetzt auch ein Käufer für den Hersteller der Gigaset-Schnurlostelefone gefunden. Damit ist Vorstandschef Peter Löscher ein weiteres Problem losgeworden; ein Grund zum Feiern ist der Verkauf aber nicht.
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Beim Siemens-Konzern geht der Kehraus weiter. Nach der Firmenkunden-Telefonsparte SEN wurde jetzt auch ein Käufer für den Hersteller der Gigaset-Schnurlostelefone gefunden. Damit ist Vorstandschef Peter Löscher ein weiteres Problem losgeworden; ein Grund zum Feiern ist der Verkauf aber nicht.

Die Telekommunikation war einst das Kerngeschäft von Siemens, aus ihm ist einst der heutige Technologiekonzern hervorgegangen. Inzwischen werden die traurigen Reste verscherbelt. Die Handys gingen an BenQ Mobile und dann pleite. Das Netzgeschäft wurde in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Nokia eingebracht. Dann wurde vor wenigen Tagen die Trennung von SEN angekündigt, das Tele-kommunikationslösungen für Firmenkunden anbietet.

Jetzt also auch noch die Schnurlostelefone. Es ist das selbe Phänomen wie bei den Handys. Siemens hatte einst technisch hochwertige Geräte angeboten. Diese wurden in aller Ruhe zu Ende entwickelt. Andere Hersteller waren derweil schneller und reagierten flotter auf die Anforderungen der Märkte. So gab es auch bei Schnurlostelefonen einen Preisverfall, Billiggeräte waren gefragt. Diese Entwicklung brachte Siemens unter Druck. Marketing und Vertrieb an den Endkunden waren zudem nie die Sache von Siemens. Ins neue Portfolio, das auf Infrastruktur, Energie und Anlagenbau ausgerechnet ist, haben die Schnurlostelefone längst nicht mehr reingepasst. So ist die Bereinigung sicherlich sinnvoll. Erfreulich ist, dass Siemens für eine Übergangszeit an dem Unternehmen - wie schon bei SEN - beteiligt bleiben wird. Aus dem BenQ-Debakel hat der Konzern seine Lehren gezogen.

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