Verkauf von IBMs PC-Geschäft
Kommentar: PC-Brücke zwischen zwei Kulturen

Mit dem Verkauf seiner PC-Sparte kann IBM ein langjähriges Problem elegant lösen. Die Last ist aus den Büchern. Mit der neuen Firma, an der IBM 18,9 Prozent hält, ist zudem in der Weltliga aufgerückt.

HB MÜNCHEN. IBMs Führungsetage zerbricht sich schon seit zehn Jahren die Köpfe, ob die wenig gewinnbringende PC-Sparte verkauft werden soll. Nun hat IBM-Chef Samuel J. Palmisano die Entscheidung getroffen, sich von der Last zu lösen. Dies scheint ihm ohne Gesichtsverlust für Big Blue gelungen zu sein. Für Palmisano liegt IBMs geschäftliche Zukunft stärker in Einnahmen aus Beratung und Dienstleistung von IT-Prokjekten. Auf absehbare Zeit können nun IBM und der chinesische Computergigant Lenovo als Gewinner gesehen werden, wenn keine groben Fehler gemacht werden.

Praktisch ist der Deal ein Merger der IBM PC-Sparte mit Lenovo. Der Firmensitz bleibt in den USA. Der bisherige PC-Chef von IBM, Stephen M. Ward Jr., wird der neue Lenovo-CEO, während der bisherige Lenovo-Chef Yuanquing Yang den Posten des Chairman (mit dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats vergleichbar) übernimmt. Damit ist Lenovo, das Unternehmen hieß vor einigen Monaten noch Legend, in die Weltliga der PC-Anbieter aufgestiegen. Der neue chinesischen Besitzer, der zum Teil dem Staat gehört, bringt vor allem seine Fertigungskapazitäten und seine Marktpräsenz im Mutterland China mit in die bemerkenswerte Business-Ehe, IBM seinen Namen in der Computerwelt und seine international ausgelegte Managementerfahrung. In dieser Kombination muss und kann IBM seinen Firmenkunden - aber auch möglichen Neukunden in Asien - garantieren, dass auf PCs aus dem neuen Computerhaus Verlass ist.

Mit einem kombinierten Weltmarktanteil von etwa 8 Prozent ist die IBM/Lenovo auf Platz drei unter den PC-Herstellern nach Dell und Hewlett-Packard aufgerückt. Gleichzeitig ist es IBM gelungen, nach wie vor die Nummer eins vor HP in der Computerbranche zu bleiben, obwohl das etwa 10 Milliarden Dollar große PC-Geschäft künftig nicht mehr in den Büchern steht. Die Analysten rechnen im kommenden Jahr mit einem Umsatz von etwa 85 Milliarden Dollar bei HP und 91 Milliarden Dollar bei IBM - ohne PC-Geschäft. Der IBM-Wert am Kapitalmarkt liegt derzeit bei etwa 160 Milliarden Dollar, der von HP bei 63,7 Milliarden Dollar.

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