Visa-Affäre
Kommentar: Der große Show-Down

Nun soll es nach dem Willen der Mitglieder des Visa-Untersuchungsausschusses zu einem großen Show-Down im TV kommen: Die Vernehmung von Außenminister Fischer und weiterer Zeugen auf Minister- und Staatssekretärsebene soll live übertragen werden. Leider dient diese öffentliche Befragung nicht der Wahrheitsfindung, sondern soll die Öffentlichkeit weiterhin mit Halbwahrheiten versorgen. Nur wird das jetzt anders vermittelt.

Zunächst wurden dutzendweise Briefe über die Medien lanciert, und nun sollen sich ausgewählte Zeugen öffentlich dazu äußeren. Dabei ist längst bekannt: Der Beobachter einer Untersuchung - in dem Fall die Kamera - verfälscht das Ergebnis. Und was in den Naturwissenschaften gilt, trifft erst recht auf Veranstaltungen wie Untersuchungsausschüsse zu.

Irgendwie erinnert der Visaskandal an den Fall Michael Jackson. Auch hier ist schon lange kein Außenstehender mehr in der Lage, ein Urteil über die wahren Sachverhalte zu treffen. Fehlt nur noch, dass ein TV-Sender auf die Idee kommt, wie beim Jackson-Prozess die nicht-öffentlichen Teile durch Schauspieler nachzuspielen.

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