Vivendi/Telekom
Ein Streit wird zur Posse

Der Streit um den polnischen Mobilfunker Polska Telefonia Cyfrowa (PTC) wird allmählich zur Posse. Seit sieben Jahren zanken sich die Telekom und der französische Mischkonzern Vivendi um die Anteile an der hoch profitablen PTC. Mittlerweile laufen bereits etwa 50 Gerichtsverfahren. Mit der Klage in den USA kommt jetzt noch eines dazu. Dabei wird es Vivendi kaum gelingen, das Ruder noch einmal herum zu reißen: Zwei Schiedsgerichtsurteile haben der Telekom die Mehrheit an PTC zugesprochen. Daraufhin hat sie für die umstrittenen Anteile bereits 600 Mill. ¤ auf ein Treuhandkonto angezahlt und einen neuen Vorstandschef sowie einen neuen Finanzchef in der PTC-Führung installiert. Damit stellen die Bonner heute vier der fünf Vertreter in der Chefetage.

Vivendi selbst hat den Wert seiner PTC-Beteiligung in der jüngsten Halbjahresbilanz auf Null abgeschrieben – anschließend aber schnell versichert, das sei eine reine Vorsichtsmaßnahme und keineswegs das Eingeständnis einer Niederlage.

Für die neue Klage der Franzosen gibt es nur eine Erklärung: Sie ziehen aus Verpflichtung ihren eigenen Aktionären gegenüber alle Register. Schließlich geht es um ein Investment in Höhe von 2,5 Mrd. $. Den Preis hat Vivendi dem polnischen Versorger Elektrim für einen Teil seines PTC-Pakets gezahlt. Elektrim aber hat inzwischen Insolvenz beantragt.

Sandra Louven
Sandra Louven
Handelsblatt / Korrespondentin in Madrid
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