Vodafone
Warnschüsse für die Branche

Die starke Reaktion der Telekom-Werte auf die Senkung der Umsatzprognose von Vodafone zeigt, wie blank die Nerven der Anleger angesichts einer abkühlenden Konjunktur liegen. Sie haben Angst davor, dass die Kunden anfangen, bei den Ausgaben für Handys und mobilen Minuten zu sparen, wenn das wirtschaftliche Klima sich eintrübt.
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Die starke Reaktion der Telekom-Werte auf die Senkung der Umsatzprognose von Vodafone zeigt, wie blank die Nerven der Anleger angesichts einer abkühlenden Konjunktur liegen. Sie haben Angst davor, dass die Kunden anfangen, bei den Ausgaben für Handys und mobilen Minuten zu sparen, wenn das wirtschaftliche Klima sich eintrübt.

Diese Furcht hat Vodafone mit den aktuellen Zahlen heute genährt. Denn Hintergrund des pessimistischeren Umsatz-Ausblicks sind tatsächlich konjunkturelle Probleme in Spanien. Dort sanken die Mobilfunkumsätze von Vodafone im abgelaufenen Quartal um 2,5 Prozent.

Das ist zwar kein enormer Rückgang, bislang garantierte die iberische Halbinsel jedoch starke Zuwächse. Der Einbruch weckt deshalb die Sorge, eine ähnliche Entwicklung könne in anderen Ländern Europas noch bevor stehen. In der vergangenen Woche hatte bereits der Handy-Hersteller Sony Ericsson schwache Zahlen präsentiert und als Grund dafür die geringere Nachfrage in Europa nach teuren Handys genannt. Der Mobilfunk ist zwar zum Alltagsgut geworden, die Umsätze hängen aber trotzdem an der Konjunktur.

Auch in Deutschland merkt Vodafone bereits Auswirkungen einer größeren Sparbereitschaft: Kunden verzichten beim Abschluss von Mobilfunkverträgen derzeit häufiger auf ein subventioniertes Handy und entscheiden sich stattdessen für die billigeren Minutentarife. Ein starker Umsatzeinbruch ist in Deutschland jedoch nicht zu erwarten: Im europäischen Vergleich telefonieren die deutschen Kunden jedoch noch wenig mobil und werden kaum bereit sein, ganz auf Handy-Telefonate zu verzichten.

Dennoch sind das Beispiel Spanien und der zunehmende deutsche Handyverzicht Warnschüsse für die Branche, die auch ohne Konjunkturkrise bereits mit sinkenden Preisen und Umsätzen zu kämpfen hat.

Sandra Louven
Sandra Louven
Handelsblatt / Korrespondentin in Madrid

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