Vogelgrippe
Analyse: Gefährliche Fehler

Zu Recht gehen die internationalen und die deutschen Gesundheitsbehörden unaufgeregt mit dem Thema Vogelgrippe um. Auch Berichte über einen zunächst nicht bestätigten ersten Vogelgrippe-Verdacht in Deutschland sind kein Grund zur Panik.

Zu Recht gehen die internationalen und die deutschen Gesundheitsbehörden unaufgeregt mit dem Thema Vogelgrippe um. Auch Berichte über einen zunächst nicht bestätigten ersten Vogelgrippe-Verdacht in Deutschland sind kein Grund zur Panik.

Doch unbestreitbar erinnern manche Facetten an den Ausbruch der Lungenkrankheit SARS vor einem Jahr. Wieder ist es eine Krankheit, die ihren Ursprung offenbar in Asien genommen hat. Wieder ist es ein Virus, der von Tieren auf den Menschen überspringen kann. Und erneut zieht die Gefahr schneller weltweiter Verbreitung herauf.

Seitdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Sonntag von einer ersten möglichen Übertragung der Vogelgrippe von Mensch zu Mensch berichtet hat, hat die Nervosität deutlich zugenommen. Abzulesen ist das an den Aktienmärkten: Schon gibt es deutliche Kursrückgänge an den Börsen in Fernost. Die Aktien der Lufthansa und des Touristikkonzerns Tui reagierten auf erste Meldungen über den Verdacht auf Vogelgrippe in Deutschland sofort mit Verlusten. Zu gut ist in Erinnerung, welchen volkswirtschaftlichen Schaden SARS angerichtet hat. Die Schätzungen gehen in den zweistelligen Milliarden-Dollar-Bereich. Eine erneute Krise im Tourismus-Sektor würde Südostasien hart treffen: Dort trägt diese Branche rund fünf Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei.

Unabhängig von diesen ökonomischen Auswirkungen wächst die Sorge vor einer Seuche. In der ersten Welle von SARS waren weltweit 8 098 Menschen erkrankt und 774 gestorben. Nun taucht das Schreckensbild einer weit größeren Plage auf.

Dazu könnte es kommen, wenn sich in einer infizierten Person das Erbgut des Vogelgrippevirus mit dem eines menschlichen Grippevirus vermischt: Es würde ein neuer, von Mensch zu Mensch übertragbarer Grippevirus entstehen, gegen den möglicherweise die menschlichen Abwehrkräfte nicht ausreichen. Tatsächlich wäre eine Epidemie größeren Ausmaßes, Pandemie genannt, in diesem Fall möglich. Besonders gefährdet wäre wiederum Asien. Influenza-Viren greifen mit hoher Wahrscheinlichkeit dann auf Menschen über, wenn diese auf engem Raum mit Tieren leben. In Asien leben zwei Drittel der Weltbevölkerung, außerdem gibt es dort laut WHO eine „riesige Vogel-Population“.

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