Volkswagen
Blaupause Brasilien

Überkapazitäten, zu viel Personal, zu hohe Kosten, unrentabler Export und tiefrote Zahlen: Die Probleme, die VW in Brasilien hat, gleichen in frappierender Weise denen in den westdeutschen VW-Werken.

Und auch die Alternativen, die das Management aufzeigt, sind im Grunde die gleichen. Pischetsrieder, Bernhard und Co. fordern Personalabbau und Kostensenkungen. Stimmen die Arbeitnehmer nicht zu, werden die Investitionen gestoppt, und die Werke bluten aus.

Und auch die Ursachen weisen Parallelen auf. Wie in den westdeutschen Fabriken hat der ehemalige VW-Arbeitsdirektor Peter Hartz, der seit 1996 für das Brasilien-Geschäft verantwortlich war und im Zuge der VW-Affäre gehen musste, durch eine Beschäftigungsgarantie für die brasilianischen Arbeiter eine schnelle Anpassung der Kostenstrukturen verhindert. Nun sind die Einschnitte entsprechend tief. Allerdings erst, nachdem sich riesige Verluste aufgetürmt haben.

Das ist auch der Hauptunterschied zur Konkurrenz, die zwar ebenfalls Anfang der 90er-Jahre Brasilien als Eldorado der Automobilbranche entdeckt hat und wie VW zu viel Geld in viel zu hohe Kapazitäten gesteckt hat. Sie konnten aber flexibler reagieren, als klar wurde, dass die Prognosen nicht realistisch sind.

Dass VW als größter brasilianischer Autoexporteur noch stärker als die Wettbewerber unter der Aufwertung der Währung leidet und seine Autos nur noch mit Verlusten exportiert, ist keine Entschuldigung. Im Gegenteil: Es macht das lange Abwarten noch schlimmer. Die Kompromisslosigkeit, die der Konzern nun zeigt, ist keine blindwütige Härte. Nur so kann die Zukunft der VW-Produktion überhaupt gesichert werden. Die Sanierung ist nötig – nicht nur in Brasilien.

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