Volvo-Offerte für Nissan Diesel: Logischer Schritt

Volvo-Offerte für Nissan Diesel
Logischer Schritt

Volvo-Chef Leif Johansson geht in die Offensive. Mit dem Übernahmeangebot für den japanischen Konkurrenten Nissan Diesel verstärken sich die Schweden gezielt auf den stark wachsenden Märkten Asiens – und nehmen zugleich der zunehmenden Kritik aus dem Aktionärskreis den Wind aus den Segeln.

So hatte der schwedische Hedge Fonds Cevian Capital, der rund fünf Prozent an Volvo hält, zuletzt dem Management eine zu konservative Expansionsstrategie vorgeworfen und Begehrlichkeiten auf die prall gefüllte Volvo-Kasse von rund 2,2 Mrd. Euro geweckt. Johansson hat mit der heutigen Übernahmeofferte seine Kritiker nun vorerst zum Schweigen gebracht.

Böse Überraschungen muss Volvo mit den Japanern kaum fürchten: Mit Nissan Diesel und Volvo verbinden sich nun zwei Partner, die sich bereits länger kennen. Sie sind durch den gemeinsamen Großaktionär Renault-Nissan verbunden, der Anteile an beiden Firmen hält, und Volvo selbst besitzt bereits 19 Prozent an den Japanern. Der Schritt kommt also nicht ganz überraschend. Bereits im Herbst hatte Volvo angekündigt, bis 2014 seine Anteile an Nissan Diesel schrittweise auf 46,5 Prozent aufstocken zu wollen – doch so lange wollte Johansson augenscheinlich nicht mehr warten.

Industriell ist der Zusammenschluss durchaus sinnvoll: Nissan Diesel hat eine solide Stellung in Japan und schon einen Fuß auf dem wichtigen chinesischen Markt, Die Japaner ergänzen Volvo damit hervorragend, die bisher lediglich sieben Prozent ihrer LKW in Asien verkaufen. Der Kauf ist also ein strategischer Coup: Denn nach einhelliger Meinung der Experten wird das Wachstum der Branche in den nächsten zehn Jahren vor allem in Asien stattfinden.

Für die Konkurrenten – allen voran für MAN und Scania – ist der Deal ein Warnschuss. Während MAN und Scania seit Monaten erfolglos über einen Zusammenschluss streiten, schafft Scanias einheimischer Rivale nun erste Fakten bei der sich anbahnenden Branchenkonsolidierung. Der Druck auf MAN-Chef Hakan Samuelsson und Scania-Boss Leif Östling steigt, bald Nägel mit Köpfen zu machen.

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