VW
Kommentar: Wie Du mir, so ich Dir

Drückst du mir den Freund der roten Andrea Nahles aufs Auge, dann nehme ich dir dein Spielzeug Phaeton weg!Mit dieser Sandkastenlogik könnten die jüngsten Nachrichten aus dem Hause Volkswagen bösartig interpretiert werden. Denn zwei Dinge erscheinen sicher: VW-Vorstandschef Bernd Pischetsrieder dürfte alles andere als erfreut gewesen sein über die Ernennung des Gewerkschaftlers und Nahles-Intimus Horst Neumann zum neuen Arbeitsdirektor. Zweitens dürfte der dafür verantwortliche Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch alles andere als „amused“ gewesen sein, dass mit dem Phaeton sein Love-Baby vom US-Automarkt abgezogen wird.

Eine Männerbeziehung steht auf dem Prüfstand. Mit dem Einstieg von Porsche bei Volkswagen und dem damit verbundenen Wandel des Porsche-Erben vom Ex-Chef zum Neo-Eigentümer drängt sich die Frage auf: Kann Volkswagen mit demselben Management weitergeführt werden, oder müssen drastische Veränderungen in der Eigentümerstruktur auch drastische Veränderungen der Unternehmensleitung nach sich ziehen?

Spätestens seit der umstrittenen Personalie Neumann ist klar: Piëch ist stärker als je zuvor der „Patron“ von Volkswagen. Er schaltet und waltet mit der Selbstverständlichkeit eines Hausherren. Da kann sich Ministerpräsident Wulff in seiner Rolle als ehemaliger Kontrollaktionär noch so sehr aufregen. Piëch besitzt über Porsche das größte Aktienpaket von VW und hat außerdem eine Allianz mit der Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat geschmiedet. Das macht ihn unangreifbar. War die Entscheidung des Managements, den gefloppten Phaeton in den USA zu Grabe zu tragen, nur ein verzweifelter Versuch, Eigenständigkeit zu demonstrieren?

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