VW
Kommentar: Wulff im Spagat

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff hat eine klare Vorstellung darüber, in welche Richtung sich der VW-Konzern entwickeln soll. Europas größter Automobilhersteller soll effizienter werden, flexibler auf Veränderungen am Markt reagieren und unnötigen Ballast abwerfen. Dazu gehört auch, dass die über Jahrzehnte eingeschliffene Verflechtung zwischen Management und Arbeitnehmerbank aufgebrochen wird.

zel DÜSSELDORF. Wulff hat seinen Einfluss nach dem Einzug in den VW-Aufsichtsrat vor zwei Jahren dafür erfolgreich genutzt. Der starre VW-Konzern wird umgekrempelt, mit dem früheren Personalvorstand Peter Hartz und dem ehemaligen Betriebsratschef Klaus Volkert sind wichtige Vertreter des alten Systems gegangen.

Doch der Austausch in der Führung ist nur der erste Teil des Veränderungsprozesses, den der VW-Konzern vor sich hat. Das Wolfsburger Unternehmen muss auch mit aller Kraft an der Kostenseite ansetzen. Die Werke sind nicht ausreichend ausgelastet, wahrscheinlich steht VW deshalb auch vor einem größeren Personalabbau.

Wenn es tatsächlich dazu kommt, wird Wulff sein Bekenntnis zu echten marktwirtschaftlichen Lösungen erst noch beweisen müssen. Betriebe er bei der Umsetzung eines Sparprogramms einseitige niedersächsische Interessenpolitik und beschützte Werke in Emden und Wolfsburg, wäre die aktuelle Aufbruchstimmung schnell verpufft.

Die beste marktwirtschaftliche Lösung bestünde darin, dass sich das Land komplett bei VW zurückzieht. Davor scheut Wulff aber zurück, er bezeichnet den VW-Anteil als ein Stück Konzerntradition. Das lässt nichts Gutes erahnen – Wulff betreibt eine widersprüchliche Wirtschaftspolitik.

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