VW/Scania
Kommentar: Piëch hat es wieder geschafft

Volkswagens Patriarch darf sich als Gewinner fühlen – wieder einmal. Sein Handeln zeigt das dynastische Verständnis einer Unternehmerfamilie. Die denkt nicht in Quartalsberichten, sondern in langfristigen Strategien.
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Volkswagens Patriarch Ferdinand Piëch hat es geschafft - wieder einmal. Sein Handeln zeigt das dynastische Verständnis einer Unternehmerfamilie - die denkt nicht in Quartalsberichten, sondern in langfristigen Strategien.

Erst hat der Porsche -Spross Audi zum Premiumangreifer gemacht, dann Volkswagen nach seinen Vorstellungen als Mehrmarken-Konzern aufgestellt. Seit das Familienunternehmen Porsche als VW-Großaktionär die Geschicke in Wolfsburg entscheidend beeinflusst, hat er den Rücken frei für weitere Schachzüge.

Mit der am Montag verkündeten Übernahme von Scania ist er seiner lang gehegten Vision vom international führenden LKW-Konzern einen entscheidenden Schritt näher gekommen. Niemand sollte ernsthaft daran zweifeln, dass der Plan für den nächsten Schritt, die komplette Kontrolle von MAN, nicht längst steht.

Spannend wird die Umsetzung. Ein Szenario sieht vor, dass VW die Scania -Anteile an MAN weiterreicht - und sich per Aktientausch und Zukäufen die Mehrheit sichert. Eine Frage des Geldes ist das nicht. VW sitzt selbst nach der Scania -Übernahme auf mehr als zehn Milliarden Euro Cash.

Der Familienunternehmer Piëch hat schon für Scania eine elegante Lösung gefunden. Alle Beteiligten wahren ihre Gesicht: Die schwedische Industriellenfamilie Wallenberg hätte es ihren Landsleuten kaum zumuten können, an den Konkurrenten MAN zu verkaufen.

Erst einmal können jetzt Scania und die brasilianische Nutzfahrzeugsparte VW erhebliche Synergien heben. Beide haben starke Überlappungen in Südamerika. Global betrachtet reicht das nicht. MAN muss an Bord, um international angesichts der anstehenden Investitionen in Produktion und Technik wettbewerbsfähig zu sein.

Mark C. Schneider
Mark C. Schneider
Handelsblatt / Redakteur

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