Währungspolitik: Analyse: Der angezählte Dollar

Währungspolitik
Analyse: Der angezählte Dollar

Ein Land, das die Leitwährung für den Welthandel und das Weltfinanzsystem stellt, kann sich glücklich schätzen. Es kann ohne viel Rücksicht auf den Rest der Welt seine Währungs- und Geldpolitik nach den eigenen Bedürfnissen ausrichten. Die USA exerzieren dies derzeit gekonnt vor. Um die Nachwirkungen der geplatzten Aktienblase abzufedern und eine Rezession abzuwenden, setzten Regierung und Notenbank eine extrem expansive Geld- und Finanzpolitik ein.

Ein anderes Land wäre damit schon längst an Grenzen gestoßen. Eine massive Abwertung wie die des Dollars in den letzten Jahren ohne wirtschaftspolitische Korrekturmaßnahmen hätte zu einer massiven Kapitalflucht und einer Währungskrise mit stark steigenden Zinsen geführt. Den USA passiert so etwas nicht, denn der Status der Leit- und Reservewährung schafft eigenständige – von erwarteten Kursverlusten oder -gewinnen unabhängige – Nachfrage nach Dollar. Dadurch können die USA die Abwertung relativ gefahrlos weiter einsetzen, um die Konjunktur am Laufen zu halten.

Doch werden Zweifel laut, ob das auch in Zukunft gelten wird. Was wäre, wenn die ausländischen Zentralbanken ihre Dollar-Horte auflösten, weil sie massive Bewertungsverluste im Zuge einer fortgesetzten Dollar-Abwertung vermeiden wollen? Würde dies nicht doch zum Dollar-Crash und zu einem steilen Zinsanstieg führen?

Diese Befürchtung wurde vor wenigen Tagen virulent, als die südkoreanische Zentralbank ankündigte, künftig stärker auf die Rendite ihrer Devisenreserven zu achten und dabei auch die Anlagewährungen stärker zu diversifizieren. Der Dollar geriet an den Devisenmärkten kräftig unter Druck.

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