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Wahlalternatives Bündnis

Man sollte niemals „Nie“ sagen. Zum Beispiel, dass es noch nie in der Geschichte Nachkriegsdeutschlands – mit Ausnahme der Grünen natürlich – einer Partei links von der SPD gelungen ist, aus dem Stand heraus in den Bundestag einzuziehen. Das könnte sich nämlich schon bald ändern. Am Wochenende erst hat der PDS-Vorsitzende Lothar Bisky sehr gezielt Mutmaßungen über ein Wahlbündnis zwischen der PDS und der „Wahlalternative“ verstärkt. Er sei da „sehr offen“ und rate seiner Partei, „ganz gelassen mit dieser Frage umzugehen“, sagte Bisky in einem Interview im Deutschlandfunk. Ähnlich hatte sich zuvor auch schon André Brie, der PDS-Stratege, geäußert. „Die linken Kräfte“, so Brie, „dürfen sich nicht weiter zersplittern.“

Widerhall fanden die Vorschläge von Bisky und Brie auf der Gegenseite. Klaus Ernst, einer der Vorsitzenden der „Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit“ (WASG), nahm nur zu gerne den Ball auf, der ihm da von der PDS zugespielt wurde. Auch er könne sich durchaus eine strategische Partnerschaft mit der PDS vorstellen. Ob es allerdings zu einer „Listenverbindung“ zwischen PDS und „Wahlalternative“ bei der Bundestagswahl 2006 kommen werde, so Ernst, sei erst zu beantworten, wenn aus der „Wahlalternative“ organisatorisch eine richtige Partei geworden sei.

Aber schon allein die Ankündigung von Ernst und Bisky haben in den Parteizentralen in Berlin die Alarmglocken erneut schrillen lassen. Zwar sprach SPD-Chef Franz Müntefering von Anfang an von einer „ernsten Bedrohung“ für die SPD durch die neue „Wahlalternative“. Doch das galt lange Zeit mehr einem theoretischen Schreckensszenario. Mittlerweile ist die Gefahr sehr viel realer geworden, denn ein Wahlbündnis von „Wahlalternative“ und PDS heißt nichts anderes, als das zwei Kleine sich die Hand reichen, um gemeinsam stark zu werden: Die PDS ist im Osten fest verwurzelt und legt dort bei Wahlen und in Prognosen stetig zu. Und die „Wahlalternative“ hat – schon allein auf Grund der Herkunft ihrer anfänglichen Organisatoren – die meisten ihrer Anhänger vor allem in Bayern und Nordrhein-Westfalen. Gingen beide zusammen, wäre das bis dahin eher Unvorstellbare plötzlich sehr gut vorstellbar: der Einzug in den Bundestag.

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