Wahlen in Hamburg: Alle lieben Ole

Wahlen in Hamburg
Alle lieben Ole

Der amtierende Bürgermeister von Hamburg geht als strahlender Favorit in die Wahlen am 29. Februar – als wäre nichts geschehen. Dabei muss lange nachdenken, bis einem wirkliche politische Akzente einfallen, die der Bürgermeister in den gut zwei Jahren seiner Amtszeit gesetzt hätte.

Es ist schon spektakulär: Auf so unappetitliche Weise ist schon lange keine Regierung mehr auseinander gebrochen wie die Hamburger Koalition unter Ole von Beust. Dennoch geht der amtierende Bürgermeister als strahlender Favorit in die Wahlen am 29. Februar – als wäre nichts geschehen. Alle Umfragen sagen seiner CDU einen glänzenden Wahlsieg voraus. Ruhig greift die christdemokratische Partei, die sich 2001 noch mit traurigen 26,2 Prozent zufrieden geben musste, nach der absoluten Mehrheit.

Klar, der Union geht es zurzeit nicht nur in Hamburg gut. Die dortigen Umfragewerte hat sie in erster Linie dem mächtigen Trend gegen Rot-Grün zu verdanken. Aber dass zwei von drei Hamburgern sich Ole von Beust als Bürgermeister wünschen, hat andere Gründe.

Diese sind zunächst nicht sachpolitischer Natur. Man muss lange nachdenken, bis einem wirkliche politische Akzente einfallen, die der Bürgermeister in den gut zwei Jahren seiner Amtszeit gesetzt hätte. Aber das nimmt in Hamburg offenbar niemand krumm: In der Öffentlichkeit macht von Beust auf hanseatisch-zurückhaltende Weise „bella figura“, und mit dem Besuch von Musical-Premieren bekommt man schönere Fotos in die Zeitung als mit dem zähen Kampf um Gesetzesentwürfe und Verordnungen. Zumal politische Profillosigkeit für Leute wie von Beust auch aus anderem Grund kein Schaden ist: Wer nichts macht, macht auch nichts falsch.

Dass die Schill-Affäre samt ihren widerwärtigen Begleitumständen an von Beust abperlt wie Regentropfen am Friesennerz, lässt sich ebenfalls erklären: Immerhin hat von Beust die Trennung von dem spät entlarvten Politberserker äußerst professionell gemanagt, zumal er im Verhältnis zu Schill zuletzt eher eine Opfer- denn eine Täterrolle einnehmen konnte. Dazu kommt, dass die Hamburger Wähler, von denen 1999 jeder Fünfte Schill gewählt hatte, jetzt so etwas wie ein schlechtes Gewissen plagt.

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