Wahlkampf
Die Union droht in eine Falle zu laufen

Wir erleben einen Wahlkampf, wie ihn die Republik noch nicht gesehen hat. Das gilt längst nicht nur wegen der knappen Zeit, in der die Auseinandersetzung geführt werden muss. Viel stärker wirkt sich die politische Ausgangslage aus: Rot-Grün, vor allem die SPD, schien nach dem 22. Mai völlig am Ende.

Doch die SPD-Niederlage bei der Landtagswahl in NRW und der Eindruck, dass Bundeskanzler Gerhard Schröder mit der bewusst verlorenen Vertrauensfrage nur vorzeitig die Macht weggeworfen hat, die ihm ohnehin entglitt, haben zu einer falschen Sicherheit geführt: Die Union sah sich schon an der Macht. Sie hat sich dummerweise auch noch so aufgeführt, als habe sie die Wahl schon gewonnen. Höhepunkt war die Aussage eines Unionsgranden, die Bundestagswahl sei nur noch eine „Formalie“.

CDU, CSU und FDP sind damit in eine Lage gerutscht, die anders als erwartet gar nicht komfortabel für sie ist: Wenn der Ausgang schon feststeht, erscheint die Opposition nicht wie der Herausforderer, sondern wie die neue Regierung. Entsprechend minutiös werden ihre Aussagen und Ankündigungen von den Wählern geprüft. Der Oppositionsbonus schmilzt. Die Stimmung „Alles, nur nicht Rot-Grün“ weicht der Frage: „Wollen wir wirklich die statt Rot-Grün?“



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