Weltenergieversorgung gefährdet
Rostige Aussichten

Lecks, Risse und Rostfraß auf den hochmodernen, milliardenschweren Förderplattformen gefährden die weltweite Ölversorgung. Das Leck im Pipelinesystem von Prudhoe Bay in Alaska ist deshalb ein Signal für die gesamte Energiebranche, mehr Geld für die Wartung ihrer Anlagen auszugeben.

Nachdem über Jahrzehnte hinweg an den Küsten Alaskas nach Öl gesucht worden war, gelang endlich einem Explorationsteam von Atlantic Richfield das, worauf so viele gewartet hatten: das gigantische Ölfeld Prudhoe Bay wurde entdeckt. Das geschah im Jahr 1968. Schnell war klar: Dies war ein Volltreffer. Die anschließenden Bohrungen förderten Öl in unglaublichen Mengen zu Tage. Da die Fördermengen in den übrigen US-Staten in den 70er-Jahren bereits ihren Höhepunkt überschritten hatten, festigte die Entdeckung von Prudhoe Bay zugleich Amerikas Stellung als einer der drei größten Erdölproduzenten der Welt für die Dauer der nächsten zwei Jahrzehnte.

Und obwohl in den Jahren nach der Entdeckung des Ölfeldes Prudhoe Bay weitere intensive Anstrengungen unternommen wurden, um ein vergleichbar großes Ölvorkommen zu entdecken, verliefen alle Probebohrungen am Ende erfolglos. Zwar wurden einige kleinere Felder entdeckt. Aber diese erlaubten lediglich eine tägliche Förderung von nicht mehr als 100 000 bis 200 000 Barrel. Diese Menge ist um ein Vielfaches kleiner als jene, die in Prudhoe Bay gefördert wird. Mit dem Bau der Alaska-Pipeline im Jahr 1977 stieg dort nämlich die Tagesförderung sehr schnell auf atemberaubende 1,5 Millionen Barrel. Eine gigantische Zahl!

Diese exorbitant hohe Fördermenge konnte bis zum Sommer 1989 beibehalten werden. Danach wurde sie allmählich reduziert, obwohl auf dem Feld weitere Bohrungen vorgenommen wurden. Das dabei gewonnene Gas wurde immer wieder in die Bohrlöcher zurückgepumpt, um auf diese Weise den Druck im Innern des Feldes zu erhöhen und ein weiteres Absinken der Fördermenge zu verhindern. Doch vergebens: Im Sommer dieses Jahres fiel die Tagesproduktion von Prudhoe Bay auf 400 000 Barrel pro Tag zurück. Dies ist nahezu 75 Prozent weniger als zum Zeitpunkt der höchsten Förderquote.

Nicht zuletzt war es die amerikanische Umweltschutzbewegung, die dieser Suche nach weiteren Ölfeldern in Alaska ein Ende bereitete. Denn die Umweltschutzaktivisten hatten den Norden Alaskas im Verlauf der letzten zwei Jahrzehnte geradezu zu ihrem Hauptkampfplatz auserkoren. Die Ölindustrie wies zwar immer und immer wieder auf die großen technischen Fortschritte hin, die eine Exploration neuer, teurer und technisch aufwendiger Ölfelder im Norden Alaskas auch künftig möglich machen würden. Stets argumentierten die Betreiber dabei auch, dass die Exploration eines besonders lukrativen Ölfeldes die Umwelt im Norden Alaskas kaum beeinträchtigen würde und ein Nebeneinander von unberührter Natur und der Förderung von Öl durchaus möglich sei. Doch umsonst.

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