Welthandel
Asiatische Einsichten

Nach den Wahlen ist vor den Wahlen. Dass die Entscheidung über die Neubesetzung des US-Kongresses gefallen ist, bedeutet nicht automatisch, dass die eingefrorene Welthandelsrunde, die gerade mühsam wieder aufgetaut wird, nun auch zu einem veritablen Erfolg wird.

Denn vor allem in Frankreich stehen Wahlen an. Und gerade dort stellen die Landwirte ein wichtiges Stimmenpotenzial. Von Paris innerhalb der nächsten sechs Monate Zugeständnisse beim Abbau von Agrarbeihilfen zu erreichen bedeutet harte Arbeit. Der Doha-Runde bleibt aber eben nur noch diese knapp bemessene Zeit, um sich auf eine Liberalisierung der Märkte zu einigen. Dann läuft die Handelsvollmacht des US-Präsidenten aus. Der Weltwirtschaft täte eine Einigung gut. Dies nicht nur, weil ärmere Staaten neue Perspektiven für Handel und Entwicklung erhalten würden. Von einer Senkung von Zöllen und Subventionen würden in erster Linie auch große Exporteure wie Deutschland profitieren. Selbst wenn die Konjunktur zurzeit recht gut läuft, ist ein weiterer Impuls wichtig, um die Dynamik zu erhalten. Daher sollte es im Interesse der Industrie sein, sich stärker als bisher zu Wort zu melden. Denn mit ein wenig mehr Flexibilität der Verhandlungsteilnehmer könnte langfristig viel erreicht werden. Dies würde nicht zuletzt Frankreichs Wählern nutzen.

Wie wichtig die Doha-Runde ist, haben die exportabhängigen Nationen Asiens längst erkannt. Für sie ist eine globale Liberalisierung weitaus wichtiger als die Vielzahl bilateraler Bündnisse, die bereits geschlossen worden sind. Wer mit spitzem Stift rechnet, hat längst erfasst, dass das Gewirr einzelner Freihandelsverträge schlicht mehr Kosten und mehr Bürokratie bedeutet. Die Doha-Runde sollte das Gegenteil bewirken. Noch besteht eine geringe Chance.

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