WestLB
Am Abgrund

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In aller Öffentlichkeit haben sich die Eigentümer gestritten, dass die Fetzen flogen. Der seit Monaten hinter den Kulissen erbittert geführte Machtkampf um die Landesbank hat damit eine neue „Qualität“ erreicht. Wer dabei auf der Strecke bleibt, ist klar: die Bank selbst und ihre Mitarbeiter.

Das Land hat sich mit der Forderung, die WestLB müsse auch Sparkassen übernehmen können, an eine heilige Kuh im öffentlich-rechtlichen Bankenlager herangewagt. Zwar würde diese „Vertikalisierung“ die Bank betriebswirtschaftlich gesehen stabilisieren. Aber der Vorschlag rührt ans Grundverständnis der Sparkassen, die vor Ort unter allen Umständen selbstständig bleiben wollen. Auf der anderen Seite können die Sparkassen nicht erwarten, dass das Land eine große Risikoabschirmung gewährt und dafür keine Gegenleistung verlangt. Unschuldig ist bei der WestLB sowieso niemand, denn die gescheiterte Geschäftspolitik haben beide Seiten im Aufsichtsrat über Jahre hinweg abgenickt.

Der operative Zustand der WestLB ist mittlerweile beklagenswert. Fähige Manager auf der zweiten Ebene sind ausgebüchst, das Neugeschäft leidet, und aus strukturierten Wertpapieren drohen hohe Zahlungsausfälle. Wer möchte mit so einer Bank noch zusammenarbeiten, geschweige denn fusionieren? Die Eigentümer haben sich in eine Sackgasse manövriert, aus der sie mit eigener Kraft offenbar nicht mehr herauskommen.

Bei Tarifverhandlungen wäre ein Schlichter gefragt. So einen braucht die WestLB auch. Wenn nicht noch ein Wunder geschieht, sollte die Bundesbank oder die Finanzaufsicht moderieren.

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