WestLB
Knüppeldick

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Für die WestLB kommt es knüppeldick. Vor der heutigen Veröffentlichung der Quartalszahlen findet sie einfach keine Ruhe. Jetzt ermittelt auch noch die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft gegen vier ehemalige und drei amtierende Vorstände der Düsseldorfer Landesbank. Der Vorwurf an den ehemaligen Vorstandschef Thomas Fischer und seine Kollegen: Sie hätten den Aufsichtsrat bei den verlustreichen Aktiengeschäften nicht informiert. Vonseiten der betroffenen Vorstände ist, wie könnte es anders sein, hinter vorgehaltener Hand das Gegenteil zu hören. Sie hätten den Aufsichtsrat rechtzeitig informiert, wie Protokolle beweisen könnten. Wer hat recht? Das kann nur die Staatsanwaltschaft ermitteln. So lange gilt die Unschuldvermutung – für beide Parteien. Für die WestLB kommen die Ermittlungen in jedem Fall zur Unzeit. Schon der öffentliche Streit der Eigentümer, also zwischen dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Rüttgers und den beiden Sparkassenverbänden in Rheinland und Westfalen, ist ein Unding. Auf dem offenen Marktplatz wird ausgetragen, was vernünftige Menschen hinter verschlossenen Türen ausdiskutieren. Die Herren sollten sich möglichst schnell bewusst werden, dass es hier nicht um persönliche Eitelkeiten und verletzten Stolz geht, sondern um mehrere Tausend Arbeitsplätze und um den Finanzplatz Düsseldorf.

Dass die WestLB auf Dauer nicht alleine überlebensfähig ist, hat sie – leider – hinlänglich bewiesen. Deshalb gilt es, in einer vernünftigen Art und Weise für alle Beteiligten den Übergang zu einer Fusion mit der LBBW einzuleiten, der schnell und geräuschlos vonstattengehen sollte. Alles andere wäre angesichts der aktuellen Finanzkrise ein Spiel mit dem Feuer, das sich die WestLB nicht leisten kann.

Robert Landgraf
Robert Landgraf
Handelsblatt / Chefkorrespondent Finanzmärkte

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