WestLB
Kommentar: Machtwechsel

Schon bald werden die Sparkassen aus dem Rheinland und Westfalen-Lippe das Sagen bei der WestLB haben. Damit werden sich die Machtverhältnisse bei dem Institut umkehren.

Jahrelang haben sich viele Sparkassenchefs von den WestLB-Verantwortlichen gedemütigt gefühlt. In der Ära Neuber war es auf den Fluren der damals mächtigen Landesbank üblich, von den „Spardosen“ zu sprechen.

Doch die Zeiten haben sich dramatisch geändert. Erst siegten die Privatbanken mit ihrem Anliegen in Brüssel, und deshalb werden im nächsten Jahr die Staatsgarantien wegfallen. Dies trifft den Nerv von WestLB & Co. Denn die Staatsgarantien bescherten den Landesbanken Spitzenratings und damit Wettbewerbsvorteile. Und diese hat die WestLB zu einer Expansion genutzt, für die sie oft einen hohen Preis zahlen musste. Zuletzt fraßen hohe Wertberichtigungen die Kapitalpolster an. Die Kapitalspritze der Eigentümer von Anfang letzten Jahres ist bereits verbraucht.

Doch neues Kapital können derzeit nur die Sparkassen lockermachen. Allerdings hat die wirtschaftliche Flaute der vergangenen Jahre auch ihnen zugesetzt. Und die Basis fordert auf Grund der schlechten Erfahrung der Vergangenheit Einfluss gegen Geld.

Allerdings ist die WestLB für die Sparkassen nicht leicht zu stemmen. Daraus resultieren zwei Zukunftsszenarien: Entweder die Bank wird weiter schrumpfen auf ein Größenmaß, das die Sparkassen von der Risikoseite her verkraften können. Oder aber, die Sparkassen bringen Teile der WestLB in einigen Jahren an den Kapitalmarkt. Welchen Weg die Institute auch einschlagen, klar ist: Den Sparkassen wird es wesentlich einfacher fallen, Geschäft an die WestLB abzugeben als bisher. Denn sie würden auf Grund der höheren Beteiligung von den Erträgen profitieren.

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