WestLB
Kommentar: Perfekte Überraschung

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Dieser Coup ist der Landesregierung in Nordrhein-Westfalen gelungen. Unzählige Varianten waren in der Presse in den vergangenen Monaten durchgereicht worden, aber keiner hatte eine Fusion zwischen der angezählten WestLB und der gesunden Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) auf der Rechnung. Die CDU-Ministerpräsidenten Koch und Rüttgers haben sich über alle Bedenkenträger hinweggesetzt und wollen jetzt den Motor für die Konsolidierung unter den öffentlich-rechtlichen Banken bauen.

Bis es so weit ist, müssen wahrscheinlich noch unzählige Hürden aus dem Weg geräumt werden. Die Oppositionsparteien in beiden Ländern werden versuchen, die Sache madig zu reden. Vor allem Koch muss im Landtagswahlkampf mit politischem Störfeuer rechnen. Dabei sollte man dem Vorhaben einen glücklichen Ausgang wünschen. Die Lähmung unter den Landesbanken könnte endlich vorbei sein, größere Einheiten sind in Zeiten globalisierter Kapitalmärkte das Gebot der Stunde.

Mit den Landesbanken in Frankfurt und Düsseldorf könnte der Anfang gemacht werden, um auch eine international wettbewerbsfähige Landesbank auf die Beine zu stellen. Außerdem werden die Vorgänge um die SachsenLB die Gespräche beschleunigt haben. Denn die Politik und die Aufsicht zeigen sich zunehmend ungeduldig darüber, dass die öffentlich-rechtlichen Institute offenbar besonders tief im Subprime-Schlamassel hängen.

Eindeutiger Verlierer der neuen Orientierung in NRW ist Stuttgart. Der dortige Landesbank-Chef Jaschinski und der baden-württembergische Ministerpräsident Oettinger haben die WestLB durch ihre Kraftmeierei abgeschreckt. Jetzt stehen sie mit leeren Händen da.

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