Widersprüchliche Prognosen der Institute zum Ausgang der Wahl
Schröder punktet gegen Merkel

Je näher der Termin für die Bundestagswahl rückt, umso mehr gehen die Prognosen der Meinungsforscher auseinander. Zwar sehen alle Umfrageinstitute die SPD im Aufwind. Immer größere Widersprüche gibt es jedoch bei der Stimmverteilung der übrigen Parteien.

co BERLIN. Die SPD hat allen aktuellen Umfragen zufolge zugelegt. So konnte die SPD in der neuesten Infratest-Dimap-Erhebung für die ARD im Vergleich zur Vorwoche einen Punkt auf 29 Prozent gewinnen. Auch die Forschungsgruppe Wahlen sieht einen Stimmenzuwachs für die Sozialdemokraten auf 28 Prozent. Dies sind zwei Prozentpunkte mehr als bei der Umfrage für das ZDF-Politbarometer vor zwei Wochen.

Uneins sind sich die Meinungsforschungsinstitute jedoch über die Anteile der übrigen Parteien sowie über die Mehrheiten für eine Regierungskoalition. Erstmals seit Februar bescheinigt Infratest-Dimap CDU/CSU und FDP keinen Sieg bei einer Bundestagswahl mehr. Schwarz-Gelb käme demnach gemeinsam auf 48 Prozent, der gleiche Anteil entfiele auf SPD, Grüne und Linkspartei. Die Forschungsgruppe Wahlen hingegen sieht ein Bündnis aus Union und FDP mit 50 Prozent weiterhin deutlich vor Rot-Rot-Grün (46 Prozent).

Das Meinungsforschungsinstitut Emnid bescheinigt CDU/CSU und FDP ebenfalls eine Mehrheit. Unter den 3000 Teilnehmern seiner Umfrage erklärten 43 Prozent, sie würden ihre Stimme CDU und CSU geben, sieben Prozent würden für die Liberalen votieren. Die SPD kommt bei Emnid nur auf 26 Prozent, die Grünen auf acht und die Linkspartei auf 13 Prozent.

Beim Umfragevergleich der Kanzlerkandidaten konnte Amtsinhaber Gerhard Schröder bei allen Instituten gegenüber Angela Merkel erneut Punkte gut machen. Im Falle einer Direktwahl würden laut Infratest-Dimap 48 Prozent für Schröder stimmen (plus drei Punkte), 39 Prozent würden sich für Merkel als Kanzlerin entscheiden (minus zwei Punkte). Die Forschungsgruppe Wahlen sieht in der Kanzlerfrage einen Vorsprung von Gerhrad Schröder von acht Prozentpunkten vor seiner Herausforderin: 48 Prozent (Juli: 46 Prozent) wünschen sich erneut Gerhard Schröder als Kanzler, 40 Prozent bevorzugen Angela Merkel (Juli: 42 Prozent).

Infratest-dimap-Chef Richard Hilmer sagte im NDR, die Stimmung habe sich für die SPD auf ganzer Breite verbessert. "Das Rennen um die neue Regierung ist in der Tat noch einmal offen geworden, was man sich unmittelbar nach der Ankündigung der vorgezogenen Neuwahlen eigentlich gar nicht vorstellen konnte."

Auch die Händler an der Handelsblatt-Wahlstreet bestätigen die langsame Erholung der SPD. Mittlerweile notiert die Aktie der Sozialdemokraten an der virtuellen Wahlbörse bei 29,2 Prozent. Die Kursgewinne der SPD gingen dabei zu Lasten der Union, die von 41,1 bei Start der Wahlstreet auf inzwischen 40,6 Prozent abfiehl. Einen Kompromiss zwischen den jüngsten Umfragen der Meinungsforscher präsentiert der Stand der anderen Parteiaktien. FDP, Grüne und Linkspartei werden derzeit mit 7,4 Prozent, 8,3 Prozent und 10,9 Prozent gehandelt.

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