WINDENERGIE
Vormarsch der Inder

Nach der Stahlindustrie mischt erneut ein aufstrebender Konzern aus Indien eine Branche auf: Der in Europa kaum bekannte Windturbinenhersteller Suzlon Energy will den deutschen Konkurrenten Repower für eine Milliarde Euro übernehmen und damit die französische Areva ausstechen.

Gerade erst hat der indische Stahlhersteller Tata das monatelange Bietergefecht um den britisch-niederländischen Konkurrenten Corus mit einem Übernahmeangebot in Höhe von neun Milliarden Euro zu seinen Gunsten entschieden. Bereits im Juni 2006 war dem aus Indien stammenden Milliardär Lakshmi Mittal die teuerste Übernahme in der Branche geglückt: Für 26 Milliarden Euro kaufte Weltmarktführer Mittal den Branchenzweiten Arcelor.

In beiden Branchen hat eine neue Konsolidierungsrunde begonnen. Die Angreifer aus Indien sind dafür finanziell bestens gerüstet. Denn wie die Stahlproduzenten Mittal und Tata profitiert auch das Windkraftunternehmen Suzlon von seinen im internationalen Vergleich extrem günstigen Produktionskosten. Suzlon, die Nummer fünf der Weltrangliste, dürfte 2006 einen höheren operativen Gewinn als der viermal größere dänische Weltmarktführer Vestas eingefahren haben.

Um das künftige weltweite Wachstum zu beschleunigen, braucht Suzlon aber das notwendige Know-how für die Entwicklung hochwertiger Produkte. Hier hat Repower einiges zu bieten. Besonders bei leistungsstarken Windrädern für den Einsatz im offenen Meer gelten die Hamburger als international führende Adresse. Ein Erfolg Suzlons hätte auch für Repower einen Vorteil: Man könnte von deren Marktführerschaft in Asien profitieren. Die Region gilt als aussichtsreichster Zukunftsmarkt für Windenergie.

Markus Hennes
Markus Hennes
Handelsblatt / Redakteur
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