Wissenschaft
Ökonomie von Vorurteilen befreien

Schluss mit neoliberalen Dogmen: Maßnahmen, die Politik und Ökonomie ergreifen müssen skizziert einer der bekanntesten US-Ökonomen.
  • 6

Austin, TexasRund 20 Jahre nach dem Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa stellt sich die Frage, ob dem Kapitalismus im Westen aus ähnlichen Gründen ein vergleichbares Schicksal blüht. Denn die Unfähigkeit, sich zu verändern, kann katastrophale Folgen haben. Aber nehmen wir ruhig an, dass der weltweite Kapitalismus irgendwie die derzeitige Krise überwindet. Dann stellt sich aber die Frage: Was sind die Herausforderungen für die kommenden 20 Jahre? Was können wir erhoffen, was müssen wir fordern? Hier die wichtigsten Punkte.

Energiewende und Klimawandel: Der Versuch, den Ausstoß von CO2 einzudämmen, kann nicht dieses Gaukelspiel bleiben, das er im Moment ist – mit Märkten und Preisen, aber kaum wirklichem Fortschritt. Die steigenden Kosten für Energie und Rohstoffe drohen die Gewinne in der Gesamtwirtschaft zu drücken. Das bedeutet aber niedriges Wachstum und Abstriche am Lebensstandard – es sei denn, wir schaffen es, gegenzusteuern und Abfälle zu vermeiden oder wiederzuverwenden. Diese Aufgabe stellt die größte Herausforderung der nächsten Jahre dar.

Den Finanzsektor kontrollieren: Banker erwarten heute viel zu hohe Bezüge – weit mehr, als auf Dauer wirtschaftlich tragbar ist. Und wir haben ja gesehen, was ungebremste Gier in dieser Branche anrichten kann. Der großangelegte Betrug mit immobilienbesicherten Wertpapieren in den USA hat das europäische Finanzsystem mit angesteckt. Das einzige Mittel kann daher sein, aggressiv die Bestrafung von Betrug durchzusetzen. Wir müssen dort die moralischen Standards wiederherstellen.

Seite 1:

Ökonomie von Vorurteilen befreien

Seite 2:

Notwendige Maßnahmen

Seite 3:

Umdenken in der Politik

Kommentare zu " Wissenschaft: Ökonomie von Vorurteilen befreien"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Man muss dazu sagen, dass Galbraith mehr ist als "nur" ein einfacher Keynsianer.
    Galbraith vertritt offen die Ansicht, dass der Staat NIE Schulden abbauen darf sondern sich IMMER neu verschulden muss, auch in den Boom-Zeiten.
    Er wird daher mit seinen Ansichten selbst von den meisten "normalen" Keynsianern eher belächelt.

    Meiner Meinung nach kann man den Typ einfach nicht ernst nehmen.

  • Bitte Herzlage nochmal prüfen: Diese Legende, dass Wall-Street die Politik macht, ist ein kollosaler Irrtum. Politik UND Wall-Street machen die Politik. Es gibt da ein schönen Begriff in den USA dazu: "Crony Capitalism", und das hat NICHTS mit Kapitalsimus zu tun. Man kann eigentlich getrosst auch FASCHIMSU dazu sagen, im Mussolini Sinne

  • Ist das wirklich von einem Amerikaner? Scheint irgendwie COPY+PASTE vom grünen Parteiprogramm zu sein. Das werden die Sozialisten in allen Parteien sicher gerne unterschreiben, ist aber wie immer realitätsfern und führt nur in die Katastrophe.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%