Wissenschaftsrat
Lehre muss sich lohnen

Ein altes Ziel rückt näher: kürzere Studienzeiten, weniger Abbrecher und zufriedenere Studenten wie Professoren.
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So klar wie der Vorsitzende des Wissenschaftsrats Peter Strohschneider hat noch niemand die gegenseitige Blockade auf den Punkt gebracht: Jahrzehntelang haben die Hochschulen Reformen verweigert, weil sie nicht mehr Geld bekamen, und genauso lange hat die Politik den Geldhahn nicht weiter aufgedreht, weil sich die Universitäten bewegungsunfähig und-unwillig zeigten.

Ändern soll das jetzt das neue Konzept des Wissenschaftsrats, das beiden Seiten ein Geschäft "Reform gegen mehr Geld" vorschlägt. Wenn alle mitspielen, könnte sich tatsächlich etwas bewegen in deutschen Hörsälen. Das Fernziel - weniger Abbrecher, kürzere Studienzeiten, zufriedenere Professoren und Studenten - rückt näher. Dass man Professoren endlich professionell schult, wie sie ihr Wissen effektiv weitergeben, ist überfällig. Die logische Folge ist, dass bessere Lehr-Leistung sich auch auszahlen muss.

Wie hoch allerdings der Widerstand im System ist, sieht man daran, dass die Hochschullehrer schon die bescheidene Idee, einem Teil der Professoren mehr Lehre abzuverlangen, mit Empörung zurückweisen.

Die Wissenschaftsminister haben die Empfehlung des Wissenschaftsrats mit unterschrieben. Sie müssen diese nun auch umsetzen und zugleich die dafür nötige Milliarde für mehr Qualität in der Lehre beschaffen. Das wird nicht einfach, brauchen sie doch schon für den anrollenden Studentenberg und die teure Exzellenzinitiative diverse Milliarden. Doch noch nie war angesichts des Fachkräftemangels der Rückenwind für die Wissenschaftsminister im Kampf mit Kassenwarten und Ministerpräsidenten so kräftig wie heute. Wenn die Kanzlerin einen Bildungsgipfel einberuft und die Länderchefs mitmachen, zeigt das, wie groß der Vortrieb ist.

Barbara Gillmann ist Korrespondentin in Berlin.
Barbara Gillmann
Handelsblatt / Korrespondentin

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