World Energy Outlook
Kommentar: Ende des Ölzeitalters

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Das Ölzeitalter geht zuende - nicht nächstes Jahr, nicht in zehn Jahren, aber in absehbarer Zeit. Die Trends, die der jüngste Ausblick der Internationalen Energie-Agentur (IEA) skizziert, sind deutlich.

Zwar zählt die Agentur als Vertreterin der Ölverbraucherländer zu den Optimisten, was die Leistungsfähigkeit der Ölproduzenten anbelangt, aber auch bei ihr wachsen die Zweifel, ob die Ölproduktion in einer Generation noch reichen wird, die rasant steigende Nachfrage vor allem aus China zu befriedigen. Das ungebremste Wachstum Chinas und Indiens wird die traditionell größten Ölimporteure Nordamerika und Europa immer stärker zur Seite drängen. Die neuen Wirtschaftsmachte subventionieren die heimischen Benzinpreise und verhindern damit, dass Preissignale die nationale Nachfrage bremsen.

Auf der Angebotsseite konzentriert sich hingegen Jahr für Jahr mehr Macht in den Händen der Opec, und hier vor allem in denen der Golfstaaten. Von ihrer Fähigkeit und ihrem Willen, Abermilliarden in die Ölförderung zu investieren, hängt die Versorgung der Welt letztlich ab.

Beides zusammengenommen spricht für anhaltend hohe Ölpreise - auch wenn es nach dem absehbaren Sprung auf 100 Dollar durchaus 2008 ein gutes Stück abwärts gehen kann. Wirtschaftlich wie politisch gibt es für Europa keine andere Wahl, als jetzt eine glaubwürdige Strategie für die Abkehr vom Öl zu entwickeln. Autofreie Sonntage werden in der nächsten Ölkrise nicht reichen.

Dirk Hinrich Heilmann
Dirk Heilmann
Handelsblatt / Chefökonom

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