Yahoo
Kommentar: Strohhalm zerbrochen

Für Terry Semel wird die Luft immer dünner. Ein ums andere mal enttäuschte der Yahoo-Chef die Erwartungen der Analysten und immer wieder wurden die Anleger auf den Start des neuen und angeblich bahnbrechenden Online-Werbesystems Panama vertröstet. Nun ist Panama endlich da, und die Umsätze stagnieren noch immer, während der Gewinn fällt. Für Semel ist der letzte Strohhalm schon fast zerbrochen.

Wie will der Yahoo-Chef den Anlegern erklären, dass ihr Unternehmen lahmt, während der Konkurrent Google vor Kraft nur so strotzt? Der Suchdienst quetscht mit seinem Anzeigensystem mehr Umsatz aus jedem Internetbesucher heraus als jeder Konkurrent. Panama sollte dieses Problem beheben. In der Vorfreude, Yahoo werde endlich mit gleichen Waffen kämpfen, stieg der Kurs der Yahoo-Aktie seit dem vergangenen Herbst um 40 Prozent.

Jetzt sehen sich die Aktionäre im besten Fall enttäuscht, im schlimmsten Fall betrogen. Wenn Semel sein Geschäft nicht endlich in den Griff bekommt, könnte das nächste Quartal für den mit hohen Ambitionen gestarteten Yahoo-Chef schon das letzte sein.

Sönke Iwersen
Sönke Iwersen
Handelsblatt / Leiter Investigative Recherche
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