Zwischenbilanz
Kommentar: Deutsche Bank wird zur Benchmark in Europa

Stark! Mit dem heute präsentierten Quartalsergebnis hat Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann die Finanzmärkte und die Geldbranche wieder einmal positiv überrascht.

Die Eigenkapitalrendite von 40 Prozent ist eine optimale Voraussetzung dafür, dieses Jahr wieder mindestens 25 Prozent einzufahren. Damit gehört die Deutsche Bank zu den profitabelsten Banken der Welt. Und in Europa wird sie zur Benchmark.

Ackermann hat vor gut drei Jahren die Voraussetzungen für glänzende Gewinne dieser Größenordnung geschaffen, indem er sich auf rentable Kerngeschäfte konzentriert und Verlustbringer abgestoßen hat. Mit der heutigen, abgespeckten Kostenstruktur kann er selbst in flauen Konjunkturphasen solide Erträge einfahren. Wenn die Börse boomt und wenn sich die Wirtschaft in einer Aufschwungphase befindet, wie dies im Moment der Fall ist, hat Ackermann die Chance, Rekordgewinne wie heute zu erzielen.

Nun fragt sich, was Ackermann kurz- und mittelfristig tun wird, um dieses Geld sinnvoll zu investieren. Klar ist, dass er in China, Indien, Russland und anderen Wachstumsregionen zukaufen wird. Expansionspläne werden ihm auch in Europa nachgesagt, vor allem im Süden und Osten. In Deutschland weiß man nur, dass er sich bemüht, die zur Zeit zum Verkauf stehenden Filialen der Berliner Bank zu kaufen. Der große Wurf als Beitrag zur deutschlandinternen Bankenkonsolidierung ist das zwar nicht. Aber jeder Schritt in diese Richtung könnte zunächst dazu führen, dass die wunderschöne Rendite zerbröselt. Deswegen wird sich Ackermann jeden Zukauf auf dem Heimatmarkt dreimal überlegen.

Hermann-Josef Knipper
Hermann-Josef Knipper
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